Minus 22,5 vor 50 Jahren

Im Januar 1960 war es im Appenzellerland empfindlich kalt – das Thermometer sank tief unter den Gefrierpunkt. Migg Zähner aus Heiden weiss über das Wetter in früheren Tagen Bescheid.

Peter Eggenberger
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In Migg Zähners Verkaufsraum in Heiden lagern derzeit alte Kalender, die unter anderem über das Wetter in früheren Tagen berichten. (Bild: Peter Eggenberger)

In Migg Zähners Verkaufsraum in Heiden lagern derzeit alte Kalender, die unter anderem über das Wetter in früheren Tagen berichten. (Bild: Peter Eggenberger)

Heiden. Mit seinem wallenden Bart, den pfiffigen Augen und der fast nie erlöschenden Brissago zwischen den Lippen fällt Migg Zähner auf. Als Unternehmer mit eigenem Verkaufsgeschäft von Waren aus Liquidationen, Überproduktionen und anderer Herkunft, aber auch als Marktfahrer ist der Bauernsohn längst zum Original geworden – und über die Ostschweiz hinaus ein Begriff.

Unlängst konnte Migg einen grossen Posten alter Häädler und Appenzeller Kalender für den Weiterverkauf erwerben, und vor allem der seit dem Jahr 2000 nicht mehr erscheinende Häädler Kalender ist punkto einstiger Wetterentwicklung eine wertvolle Fundgrube.

Mit dem Wetter aufgewachsen

«Meine Eltern haben in der Risi hoch über Heiden gebauert.

Das Wetter spielte früher in der Landwirtschaft eine viel wichtigere Rolle, man war weit mehr abhängiger von Sonne und Regen als heutzutage, wo ein Heuet dank leistungsfähigem Maschinenpark in kürzester Zeit erledigt werden kann», blendet Migg zurück. «Und vor allem bei längeren Schlechtwetterphasen hat man sich interessiert, ob das Wetter vor zehn oder zwanzig Jahren besser gewesen sei. Und fündig wurde man in der Chronik «Witterung und Fruchtbarkeit» des Kalenders.

1960 startete zunächst mild

Und wie war das Wetter vor 50 Jahren? Dazu der Kalender: «18 Tage des Dezembers 1959 wiesen keine Minustemperaturen auf. Der Weihnachtstag war mild und warm, und am Neujahrstag 1960 wurde eine Mittagstemperatur von 12,6 Grad gemessen.» Kalt wurde es aber ab dem 9. Januar, und in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar sank das Thermometer auf rekordverdächtige 22,5 Grad.

«Für Wintersportfreunde herrschten für kurze Zeit günstige Verhältnisse», weiss der Kalender – allein vom 12. auf den 13. Januar fielen 37 Zentimeter Schnee. Und wie steht es mit dem aktuellen Januarwetter? Migg Zähner klipp und klar: «Es bleibt kalt, doch wird nur wenig Schnee fallen.»

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