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MILLIONENRAUB: Räuber will mildere Strafe

Ein skrupelloser Räuber überfiel im Jahre 2014 in einer Villa in Bad Ragaz eine Frau und erbeutete über eine Million Franken. Er verlangt am Kantonsgericht eine mildere Strafe. Das Urteil steht noch aus.
Claudia Schmid

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

Zwischen Juli 2013 und März 2014 verübte der knapp 50-jährige Kroate mit wechselnden Mittätern acht Einbrüche. Als erstes suchte er in Herisau eine Migros-Filiale und einen Kiosk heim. Darauf folgten Einbrüche in Häuser zwischen Flums, Trübbach und Goldach.

Die schwerste Tat beging er am 14. April 2014. Zusammen mit einem Mittäter drang er maskiert in eine Villa in Bad Ragaz ein. Während der Komplize die verschreckte Bewohnerin ins Obergeschoss zog, durchsuchte der Beschuldigte die Räume nach Wertgegenständen. Mit dem gefundenen Geld gaben sie sich nicht zufrieden. Sie drangsalierten die Frau, bis sie auf eine Schublade verwies, in welcher der Beschuldigte 25000 Franken und Schlüssel fand. Da er vermutete, einer der Schlüssel gehöre zu einem Tresor, bedrohten die beiden Räuber das Opfer erneut. Der Beschuldigte hielt dabei ein Messer in der Hand. Schliesslich zeigte die Frau, wo sich der Tresor befand. Die Männer liessen das Opfer gefesselt und geknebelt zurück. Sie verliessen die Villa mit Bargeld und Schmuck im Wert von 1,13 Millionen Franken.

Der Beschuldigte befindet sich seit zwei Jahren im vorzeitigen Strafvollzug. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hatte ihn wegen bandenmässigen Raubes, gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung mit einer Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren sanktioniert. Dieses Urteil focht er an. Er gab zwar sämtliche ihm vorgeworfenen Taten zu, wollte jedoch eine mildere Strafe erwirken.

Laut Verteidigung war er nicht der Drahtzieher

Am Dienstag fand die Berufungsverhandlung am Kantonsgericht St. Gallen statt. In der Befragung des vorsitzenden Richters begründete der Beschuldigte die Straftaten damit, dass er in seinem Heimatland Kroatien arbeitslos gewesen und in die Schuldenfalle geraten sei. Er habe sich Geld geliehen und sei wegen Zahlungsrückständen von seinen Gläubigern bedroht worden. Einer ihrer Cousins habe ihn zum Raub in die Villa angestiftet. Den Namen seines Mittäters wollte er nicht nennen. Er bestätigte in der Befragung, dass er bereits in Deutschland eine mehrjährige Freiheitsstrafe abgesessen hatte und in seiner Heimat Kroatien zu einer bedingten Strafe von sechs Monaten verurteilt worden war.

Der Verteidiger begründete den Antrag auf eine mildere Strafe damit, dass der Beschuldigte nicht der Drahtzieher des Raubüberfalls gewesen sei. Der Mittäter habe ihn wegen seiner Schulden dazu überreden können. Er und nicht sein Mandant sei es auch gewesen, der das Opfer bedroht habe.

Der Staatsanwalt beantragte mit Anschlussberufung eine Erhöhung der Freiheitsstrafe auf acht Jahre. Er verwies auf die Skrupellosigkeit der Tat und bezeichnete den Kroaten als «eindeutigen Haupttäter». Der Überfall sei für die Frau ein einschneidendes Erlebnis gewesen, unter dem sie noch heute leide. Das Kantonsgericht wird das Urteil schriftlich bekannt geben.

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