Mildere Strafe für Buchser Schläger-Security

Drucken
Teilen

Urteil Die Tat geschah während der Fasnacht 2011 vor einem Club im St. Galler Rheintal: Zu fortgeschrittener Stunde kam es unter mehrheitlich betrunkenen Personen zu einer Schlägerei. Ein Mann wurde dabei schwer verletzt (Ausgabe vom 1. April).

Bei der Neubeurteilung des Gerichtsurteils ging es um einen 30-jährigen Serben, der in erster Instanz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteil worden war. Als er 2015 am Kantonsgericht eine direkte Beteiligung an der Schlägerei bestritt und einen Freispruch verlangte, glaubte ihm die Richter nicht. Das Gericht verschärfte die Sanktion auf eine unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten sowie eine bedingten Busse von 20 Tagessätzen zu 60 Franken. Es sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte, der als Security-Mann ohne Bewilligung im Club arbeitete, das völlig betrunkene Opfer aus dem Club geprügelt hatte, bevor es draussen weiter zusammengeschlagen wurde. Der Serbe rekurrierte am Bundesgericht gegen das Urteil. Dieses wies die Beschwerde grossmehrheitlich ab, schickte die Strafsache aber zur Neubeurteilung ans Kantonsgericht zurück. An der erneuten Verhandlung Ende März betonte der Verteidiger, das Bundesgericht weise darauf hin, dass das Mitwirken an der Tat zwar nicht zu bagatellisieren sei, die Schwere der Schuld aber hinter den Mittätern zurückbleibe. Sein Mandant sei als einziger aktiv gegen eine Eskalation vorgegangen und habe den Haupttäter von weiteren Schlägen abgehalten.

Nun hat das Kantonsgericht seinen Entscheid veröffentlicht. Es spricht den Beschuldigten der versuchten schweren Körperverletzung, des Angriffs, des Raufhandels und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig. Die Sanktion beträgt eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten und eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 60 Franken, beides mit Probezeit. (cis)