Migros-Sonntagsverkauf: Entscheid bis Ende Jahr

RAPPERSWIL-JONA. Im Streit um den Sonntagsverkauf in der Migros-Express-Filiale in Rapperswil-Jona steht ein wichtiger Entscheid des Kantons kurz bevor. «Liegt der Migros-Express Rapperswil in einem Fremdenverkehrsgebiet?» Diese Frage muss das St. Galler Amt für Wirtschaft derzeit beurteilen.

Ramona Kriese
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RAPPERSWIL-JONA. Im Streit um den Sonntagsverkauf in der Migros-Express-Filiale in Rapperswil-Jona steht ein wichtiger Entscheid des Kantons kurz bevor. «Liegt der Migros-Express Rapperswil in einem Fremdenverkehrsgebiet?» Diese Frage muss das St. Galler Amt für Wirtschaft derzeit beurteilen. Die Antwort dürfte die Diskussion um die Sonntagsarbeit in der Filiale zumindest vorläufig beenden – oder aber in eine nächste Runde schicken.

Seit dem Frühjahr üben sich die Migros und die Gewerkschaft Unia in Geduld. Nun ist klar: Der Beschluss des Kantons zur Tourismus-Frage soll noch in diesem Jahr fallen. Man habe jetzt die nötigen Grundlagen, um die Lage noch dieses Jahr zu beurteilen, sagt Ruedi Herzig, Leiter Rechtsdienst im St. Galler Amt für Wirtschaft.

An Schiffsfahrplan gekoppelt

Die Frage, ob der Migros-Express im Tourismusort und im speziell definierten Altstadtperimeter liegt, ist bedeutsam für das jahrelange Tauziehen um die Filiale «vis-à-vis» der Post: Bejaht der Kanton diese Frage, muss er auch sagen, ob der M-Express weiter im Sommer am Sonntag öffnen darf. Im Moment ist die Filiale sonntags geschlossen. Der saisonale Sonntagsverkauf ist – zumindest vorläufig – an den Fahrplan der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) gekoppelt. Der Sommerfahrplan der ZSG dauert von April bis Mitte Oktober.

Die Frage «Touristenort – ja oder nein?» sei nicht einfach zu beantworten, sagt Ruedi Herzig. Im Vordergrund stünden in Rapperswil die Tagestouristen. Diese seien allerdings statistisch kaum erfasst. «Zahlen zu Hotelübernachtungen nützen uns wenig», so Herzig. Auf welcher Basis der Kanton die tourismuswirtschaftliche Analyse im vorliegenden Fall gemacht hat, dazu will sich Herzig nicht äussern. Berücksichtigt wurden aber auch die Umsatzzahlen der Rapperswiler M-Express-Filiale.

Migros hält an Konzept fest

Die Genossenschaft Migros Zürich zeigt sich zuversichtlich. Man sei guter Hoffnung, dass Rapperswil als Tourismusort eingestuft werde und der Sonntagsverkauf grünes Licht erhalte. Andere Varianten, etwa ein Migrolino, der sieben Tage geöffnet ist, standen nie zur Diskussion, sagt Mediensprecher Andreas Reinhart. «Wir haben keinen Plan B, sind aber zuversichtlich.»

Bei der Gewerkschaft Unia gibt man sich kämpferisch: Thomas Wepf, Regionalleiter Unia Ostschweiz, erinnert an den Teilsieg vor Bundesgericht im Februar. Damals hatte Lausanne den ganzjährigen Sonntagsverkauf beerdigt.

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