Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MIGRATION: Kanada erklärt am St.Gallen Symposium, wie erfolgreiche Integration funktioniert

Im Rahmen des St.Gallen Symposiums haben Wissenschafter und Wirtschaftsvertreter über die Chancen der Einwanderung diskutiert. Im Zentrum: das migrationsfreundliche Kanada.
Nina Rudnicki
In Kanada werden gutqualifizierte Migranten bevorzugt behandelt und mit Punkten bewertet. Wer am meisten Punkte erreicht, darf einwandern. (Bild: Getty)

In Kanada werden gutqualifizierte Migranten bevorzugt behandelt und mit Punkten bewertet. Wer am meisten Punkte erreicht, darf einwandern. (Bild: Getty)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;"><em style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

«Als wir vor zwei Jahren unser Programm ‹6 Degrees› gründeten, fiel das in eine Zeit, in der überall die Angst vor dem Fremden herrschte», sagte John Ralston Saul im Weiterbildungszentrum Holzweid in St. Gallen, wenige hundert Meter von der HSG entfernt. Am Rande des St. Gallen Symposiums trafen sich dort am Samstag rund 100 Personen aus Wirtschaft und Forschung, um über Einwanderung und Staatsbürgerschaft zu diskutieren. «6 Degrees» ist eine Veranstaltungsreihe des Institute for Canadian Citizenship, der Organisation für kanadische Staatsbürgerschaft, welche Denker und Macher in der Wirtschaft miteinander verbindet. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für neue Staatsbürger ein, indem sie unter anderem deren aktive Teilnahme am politischen Geschehen fördert.

Mitbegründet haben das Institute for Canadian Citizenship Adrienne Clarkson, die frühere Generalgouverneurin von Kanada, und John Ralston Saul, ein Essayist und Romancier. Mit «6 Degrees» touren sie durch Länder und Städte. Immer mit dabei ist die runde Bühne, die mitten im Raum steht. Die Plätze fürs ­Publikum sind kreisförmig um sie herum angeordnet. Bei «6 Degrees» sieht jeder jeden, jeder Platz ist gleichberechtigt. Es wird auf Augenhöhe diskutiert. «Der Rassismus und der Nationalismus kehren überall zurück», sagt John Ralston Saul. Die öffentliche Sprache sei von Angst beherrscht. «Unser Ziel ist es, auf der Welt eine neue, angstfreie Sprache zu schaffen. Im Mittelpunkt steht am «6 Degrees St. Gallen» daher, was die Arbeitswelt und was die Gesellschaft dazu beitragen ­können. Um zu verdeutlichen, wie stark Migration Realität ist, fordert der Moderator all jene im Publikum dazu auf, aufzustehen, die in einem anderen Land leben, als sie geboren sind – etwa zwei Drittel erheben sich.

Einwanderer werden nach Punkten bewertet

«In Kanada sind wir daran gewöhnt. Praktisch jeder hat dort eine eigene Migrationsgeschichte zu erzählen», sagt Adrienne Clarkson. Das Argument, dass Migration Gewalt und Kriminalität mit sich bringe, lässt sie nicht gelten. «Was sind das für Zahlen? Und was sagen Einzelfälle über den Wert der Migration als Ganzes für die Gesellschaft aus?», entgegnet sie, als ein Mann im Publikum sagt, dass gerade ­Personen aus Konfliktgebieten Gewalt ins neue Land bringen würden. Clarkson betont, dass Migration auf die Gesellschaft und die Arbeitswelt immer einen positiven Einfluss gehabt habe. «Wir brauchen Einwanderer, kreative Köpfe, Angestellte und Steuerzahler, um unser System aufrechterhalten zu können», sagt sie. Das seien die ökonomischen Gründe, die für die Migration sprechen würden. Kanada wird wegen seines Migrationssystems allerdings auch kritisiert. Die Einwanderer werden nach Punkten bewertet. Diese werden je nach Ausbildung, Arbeitserfahrung, Sprachkenntnissen, Alter und jeweils aktuell gefragten ­Berufen verteilt. Wer die meisten Punkte erreicht, darf einwandern. Zu diesen gutqualifizierten Personen zählen mehr als die Hälfte der jährlich rund 300 000 Migranten. Hinzu kommen deren Familienangehörige. Die Flüchtlinge machen hingegen den kleinsten Teil aus. «Wir haben dieses Punktesystem. Aber wir haben auch andere Ansätze, die es Flüchtlingen ermöglichen, sich in kurzer Zeit zu integrieren und die kanadische Kultur kennen zu lernen», sagt Adrienne Clarkson und erwähnt die zwölfmonatige finanzielle Unterstützung sowie die Sprachkurse, die jeder Flüchtling erhält. Mit der Einbürgerung erhalten die Migranten zudem eine Kulturkarte, mit der sie über 10 000 Kulturinstitutionen gratis besuchen können.

Clarkson, die als Kind selbst mit ihren Eltern von Hongkong nach Kanada auswanderte, sagt: «Ich weiss, was es bedeutet und was es dafür braucht, in einem neuen Land wirklich anzukommen. Man muss eine Kultur verstehen und Teil von ihr werden, um zu einem engagierten Bürger zu werden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.