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«Metallica sofort wieder buchen»

Das St. Galler OpenAir ist keine Goldgrube, auch wenn die Tickets seit Jahren weggehen wie kühles Bier in der Sonne. Festivalchef Christof Huber klagte im «Oya» über die steigenden Kosten, vergass aber auch das Schwärmen nicht.
Roger Berhalter
«Ärzte oder Hosen?» Céline Fuchs, Ansagerin auf der Sternenbühne, stellt Christof Huber die Fragen. (Bild: Peer Füglistaller)

«Ärzte oder Hosen?» Céline Fuchs, Ansagerin auf der Sternenbühne, stellt Christof Huber die Fragen. (Bild: Peer Füglistaller)

Für die meisten Open-Air-Besucher folgt nach dem Festival eine strenge Zeit – oder mindestens ein harter Montag. Für Christof Huber hingegen beginnt dann die lockere Jahreshälfte, und «das strenge halbe Jahr voller Druck» ist vorbei. Huber, langjähriger Bookingchef und Geschäftsführer des St. Galler OpenAir, plaudert an diesem Donnerstagabend im «Oya» über das Musikprogramm 2015. Er zieht Vergleiche zu früher, und die jungen Zuhörer merken bald: Die romantischen Open-Air-Zeiten sind vorbei.

Hohe Kosten, strenge Auflagen

Beispiel Gagen: Metallica standen 1999 auf der Sitterbühne und trieben das OpenAir mit einer halben Million Franken Gage fast in den Ruin. Heute sagt Huber: «Zu diesem Preis würde ich Metallica sofort wieder buchen!» Er vermutet, dass die Band mittlerweile die 15fache (!) Gage verlangt. Und nicht nur sie: «Auch eine Band wie die Red Hot Chili Peppers könnten wir uns heute nicht mehr leisten.»

Nicht nur die Gagen drücken aufs Budget. Auch den Abfall zu entsorgen werde immer teurer, und die Auflagen der Stadt werden laut Huber immer zahlreicher und strenger. Ein ganzes «Bewilligungsdossier» reiche man jeweils ein. «Das muss alles bezahlt werden.» Der Bookingchef erwähnt den neuen Warteraum vor dem Hintereingang zum Open-Air-Gelände, der mit Bodenplatten belegt und mit Gittern umzäunt werden müsse. «Allein dieser neue Eingang hat uns 100 000 Franken gekostet», sagt er. «Müsst ihr heute mehr als früher auf den Stutz schauen?», fragt Sternenbühne-Moderatorin Céline Fuchs, die Huber an diesem Abend interviewt. «Wir müssen immer auf den Stutz schauen», antwortet der Programmchef. «Die Preiserhöhung dieses Jahr war unumgänglich, wir hätten sie eigentlich schon letztes Jahr gebraucht.»

Bungee Jumping verboten

Zur Sprache kommt auch das Sponsoring – böse Zungen sprechen vom Ausverkauf – des OpenAir. Huber relativiert: «Wir verhandeln hart mit unseren Sponsoren und akzeptieren längst nicht alles.» So sehe man im Sittertobel kein Bungee-Jumping, Fun-Stage-Diving oder andere unpassende Angebote. Auch das Zelt des Tabaksponsors sei nicht einfach ein weiterer Partypavillon, sondern biete eine Bühne mit Livebands – die nicht der Sponsor auswählt, sondern die Open-Air-Veranstalter.

Die Szene ist mutiger geworden

Soviel zum Business, jetzt zur Musik: Kommt Huber auf «seine» Bands zu sprechen, ist ihm deutlich anzumerken, dass er auch nach zwei Jahrzehnten im Festivalgeschäft noch nicht müde ist. Er schwärmt von der Ostschweizer Musikszene, die sich an diesem Wochenende wieder am «Musig uf dä Gass» in St. Gallen präsentiert – sowie auch erstmals am OpenAir auf der «Musig uf dä Gass»-Bühne. «Es gibt heute nicht mehr die typische St. Galler Band. Die Szene ist mutiger geworden.» Huber erwähnt junge Bands aus der Region wie Elio Ricca, Pedro Lehmann und Missue. «Da sehe ich Qualität, Selbstbewusstsein und eine klare Aussage.» Open-Air-Gängern empfiehlt er dieses Jahr Royal Blood – «eine der besten jungen Rockbands» – und Jack Garratt – «phantastisch».

Ist das OpenAir zu Ende, wird sich Christof Huber keine Pause gönnen. Nicht wie früher, als das OK-Team nach dem Festival pausierte und erst im Oktober wieder anfing zu planen. «Diese Zeiten sind vorbei», sagt Huber. Die Suche nach Headlinern fürs nächste Jahr hat schon begonnen: «Erste Offerten für 2016 sind gemacht.»

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