Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MELS: Prozess gegen mutmassliche Geliebte von Ulrich K. kurzfristig abgesagt

Die mutmassliche Geliebte des Beschuldigten im Tierquäler-Fall von Hefenhofen hätte sich am nächsten Montag vor dem Kreisgericht in Mels verantworten müssen, wegen mehrfacher vorsätzlicher Tierquälerei. Die Verhandlung wurde aber kurzfristig abgesagt, weil die Beschuldigte krank ist.
Reinhold Meier
Die Beschuldigte konnte wegen Krankheit nicht vor dem Kreisgericht Mels erscheinen. (Bild: Patrick Gutenberg)

Die Beschuldigte konnte wegen Krankheit nicht vor dem Kreisgericht Mels erscheinen. (Bild: Patrick Gutenberg)

Der Fall eines Pferdehalters Ulrich K., der in Hefenhofen 93 Pferde unter tierquälerischen Umständen gehalten hat, hat im vergangenen August für landesweite Schlagzeilen gesorgt. Im Zuge der weitreichenden Ermittlungen zeichneten sich schon bald auch Verbindungen nach Mels und auf die Bündner Alp Dürrboden ab.

An beiden Orten sollen Pferde von Ulrich K. eingestellt worden sein, der bereits 2011 einschlägig verurteilt worden war. Im Falle von Mels lag das für die Beschuldigten offenbar auch deshalb nahe, weil es sich bei der hiesigen Pferdehalterin nach Medienrecherchen um die Freundin des mutmasslichen Haupttäters handelt.

Die heute 33-jährige Frau hatte oberhalb des Dorfes einen Pferdehof geführt und therapeutisches Reiten angeboten. Nun muss sie sich den Vorwurf der mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei gefallen lassen.

Die Anklage wirft ihr namentlich vor, dass sie während eines halben Jahres fünf der neun Pferde ungenügend ernährt habe. Dies belege eine Untersuchung des kantonalen Amtes für Veterinärwesen. Dabei wurde ein Gewichts- Index zugrunde gelegt, der von «0» bis «5» reicht, wobei «3» den gesunden Mittelwert eines korrekt ernährten Tieres bildet.

Mist, Enge, Nässe

Bei den amtlichen Untersuchungen wiesen jedoch drei Tiere einen Gewichtswert von nur «1» auf, zwei weitere sogar von bloss «0», was als «ausgeprägte Unterernährung» bei sich abzeichnenden Knochen zu verstehen ist. Die Tiere erschienen abgemagert und ungepflegt wie der als Privatkläger fungierende Kantonstierarzt laut Anklageschrift festhält.

Damit habe die Halterin nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch gegen mehrere Paragrafen der Tierschutzverordnung verstossen. Der besagte Augenschein wurde im Februar 2016 durchgeführt, also lange bevor der Fall Hefenhofen öffentlich wurde.

Ferner wird der Frau vorgeworfen, dass sie nicht für die nötigen Raumverhältnisse gesorgt habe. So habe sie die neun Pferde in lediglich sechs Boxen gepfercht, so dass der von Gesetzes wegen geforderte persönliche Liegeplatz pro Tier nicht zur Verfügung stand. Hinzu komme, dass sechs der Pferde auf einer zehn Zentimeter hohen, nassen Mist-Stroh-Schicht gelegen hätten, statt auf einer sauberen und trockenen, wie es vorgeschrieben ist.

Entsprechend verfügten die Tiere über nasse Fellstellen. Verdächtig erschien ferner, dass offenbar unmittelbar vor der Kontrolle, der nasse Mist bloss kosmetisch mit frischem Stroh abgedeckt worden war.

Bedingte Geldstrafe gefordert

Zuletzt hat sich die Frau auch dafür zu verantworten, dass die Boxengrösse nicht ausreichend bemessen war. So traf die Behörde drei Ponys in einer Gruppenbox an, die so eng konstruiert war, dass die Tiere weder eine Ausweich- noch eine Rückzugsmöglichkeit hatten.

Ähnlich war es in einer zweiten Gruppenbox, die zwei weiteren Pferden keinen Rückzugsraum boten. Es kam hinzu, dass die Frau während mindestens drei Monaten nicht über den notwendigen Sachkundeausweis verfügte, der zur Pferdehaltung vorgeschrieben ist. Sie hatte offenbar auch keine fachliche Ausbildung besucht.

Das kantonale Untersuchungsamt fordert nun neben dem Schuldspruch eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 40 Franken, bedingt auf zwei Jahre. Ferner sei von ihr eine Busse über 400 Franken zu zahlen sowie die Kosten des Verfahrens. Nachdem die Beschuldigte einen Urteilsvorschlag im August 2017 abgewiesen hatte, wurde alsbald Anklage erhoben.

Die auf den kommenden Montag angesetzten Verhandlung, musste nun aber ausfallen, weil sich die Angeklagte mit Verweis auf ein Arztzeugnis hat dispensieren lassen. Ein neuer Prozesstermin dürfte schon bald angesetzt werden, voraussichtlich für März oder April.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.