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Interview

«Es ist mir etwas peinlich, was in England passiert»: Was ein Brite aus dem Thurgau zum Brexit-Drama sagt

Der 78-jährige Brite Norman Trounce aus Freidorf liest alles, was ihm zum Thema Brexit in die Finger kommt. Der Präsident des Anglo-Swiss Circle St.Gallen nimmt den Dauerstreit um den Austritt Grossbritanniens aus der EU mit einer Prise Humor. Enttäuscht ist er allerdings von der Europäischen Union.
Daniel Walt
Die Briten und der Brexit: Norman Trounce aus Freidorf verfolgt den Streit um den EU-Austritt seiner früheren Heimat mit Interesse. (Bilder: pd/Keystone)

Die Briten und der Brexit: Norman Trounce aus Freidorf verfolgt den Streit um den EU-Austritt seiner früheren Heimat mit Interesse. (Bilder: pd/Keystone)

Mögen Sie all die Schlagzeilen über den Brexit überhaupt noch lesen?

Norman Trounce: Ab und zu ist es mir zwar etwas peinlich, was in England passiert. Verleidet ist mir das Thema Brexit aber noch nicht. Ich lese alles, was ich darüber sehe. Am Dienstag beispielsweise habe ich die Parlamentsdebatte in London am TV verfolgt und heute im «Tagblatt» trotzdem nochmals alles zum Brexit gelesen.

Theresa May ist mit ihrem Brexit-Abkommen erneut gescheitert. Was jetzt?

Wenn ich das wüsste, wäre ich ein Genie. Zu einem No-Deal-Brexit wird das Parlament mit Sicherheit nicht Ja sagen. Akzeptieren wird es hingegen vermutlich eine Verlängerung der Austrittsfrist. Was danach passiert, wissen die Götter. Meine lieben Landsleute drehen sich im Kreis.

Inwieweit sind der Brexit und seine Folgen Thema unter den Mitgliedern des Anglo-Swiss Circle St.Gallen, deren Präsident Sie sind?

Natürlich reden wir ab und an über das Thema. Und obwohl der Brexit ein ernsthaftes Thema ist, lachen wir teils darüber. Wir sind ja schliesslich Briten, und die nehmen auch die schlimmsten Dinge mit einer Prise Humor.

Wie ist denn der Tenor unter den Exil-Briten in der Region St.Gallen?

So genau weiss ich das nicht. Die Meinungen zum Brexit sind sicher geteilt – so geteilt, wie sie im Parlament in London sind.

Soll die Bevölkerung nochmals darüber abstimmen, ob Grossbritannien die EU tatsächlich verlassen soll oder nicht?

Nein, obwohl ich gegen den Brexit war. Das Referendum hat stattgefunden, eine Mehrheit war für den Austritt. Auch wenn das Resultat knapp war, hat das Volk entschieden, und das sollte man respektieren. Enttäuscht bin ich, dass die EU alles versucht, um den Briten Steine in den Weg zu legen. Überrascht bin ich davon aber nicht – Grossbritannien ist als Netto-Beitragszahler wichtig für die EU. Und die EU will andere Länder abschrecken, ebenfalls auszutreten.

Wenn Sie 100 Pfund darauf wetten müssten, ob Grossbritannien in zwei Jahren noch in der EU ist oder nicht – worauf würden Sie setzen?

Darauf, dass Grossbritannien nach wie vor in der EU ist. Ich glaube nicht, dass die EU weitere Kompromisse eingeht, welche Grossbritannien den Austritt erleichtern würden. Man wird die Sache auf die lange Bank schieben. Irgendwann wird eine zweite Abstimmung stattfinden, und Grossbritannien wird sich für den Verbleib in der EU entscheiden.

Gesellige Aktivitäten für Briten und Englisch-Freunde

Der Anglo-Swiss Circle St.Gallen ist ein Zusammenschluss von Exil-Briten aus der Region St.Gallen. Er wurde 1973 gegründet. Die derzeit rund 50 Mitglieder treffen sich regelmässig zu geselligen Aktivitäten. Auch Nicht-Briten oder interessierte Personen, die gerne Konversation auf Englisch betreiben, sind willkommen. Der Anglo-Swiss Circle St.Gallen ist per Website und auf Facebook erreichbar. (dwa)

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