Mehr Autos auf St. Galler Strassen

Der Verkehr auf den St. Galler Kantonsstrassen nimmt stetig zu: Im vergangenen Jahr durchschnittlich um 1,1 Prozent. Vor allem die Grenzübergänge und die A53 im Linthgebiet werden vermehrt befahren.

Julia Barandun
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ST. GALLEN. 2013 betrug die Verkehrszunahme auf den St. Galler Kantonsstrassen im Durchschnitt 0,3 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 1,1 Prozent. «Die Zunahme im Jahr 2014 liegt trotzdem noch im Durchschnitt», sagt Claudia Eugster, Stabsmitarbeiterin Kommunikation beim Kanton St. Gallen. Schon vor einem Jahr waren die Kapazitätsgrenzen eigentlich erreicht. In den Stosszeiten komme es immer noch zu Engpässen und Staus. Daran habe sich nichts geändert, bestätigt Eugster.

Linthgebiet vielbefahren

Erneut zugenommen hat nach Auswertung der automatischen Verkehrszählung auch der Verkehr auf der A53 im Linthgebiet – bei der A53 in Uznaberg Schmerikon um 3,1 Prozent, in Wagen Erlen um 1,8 Prozent.

Über neun Millionen Fahrzeuge wurden bei der A53 Schmerikon Uznaberg und in St. Gallen beim Unteren Graben gezählt. In Schmerikon wurde gar ein Tagesrekord von 34 541 Fahrzeugen erfasst. Dicht darauf folgen mit über acht Millionen Wagen Erlen auf der A53 und der Rapperswiler Seedamm. Wobei auf dem Seedamm 0,8 Prozent weniger Fahrzeuge gezählt wurden als im Vorjahr. Das liege daran, dass dort der Belag saniert wurde und viele Autofahrer auf andere Strassen ausgewichen seien, sagt Eugster.

Baustellen und schönes Wetter

Die grösste Verkehrsabnahme mit 8,9 Prozent wurde in Bütschwil Ganterschwil gemessen. Dort seien Bauarbeiten für die geplante Umfahrung verantwortlich für die Abnahme gewesen. An dieser werde voraussichtlich während sechs Jahren gearbeitet, um den stark befahrenen Dorfkern zu entlasten, sagt Eugster. «Starke Zu- oder Abnahmen des Verkehrs entstehen hauptsächlich durch Baustellen und die damit verbundenen Umlagerungen», erklärt Eugster.

Während eines guten Sommers oder schönen Winters könne es jedoch auch in der Nähe von Ausflugszielen zu Verkehrszunahmen kommen. Messstellen entlang des Bodensees oder auf der Schwägalp-Passhöhe und Amden Lehnirank verzeichnen bei schönem Wetter mehr Verkehr. So fuhren im vergangenen Jahr 374 229 Fahrzeuge über die Schwägalp. 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Höchstwert erreichte das Verkehrsaufkommen auf der Schwägalp mit 4887 Fahrzeugen am 19. Oktober: einem schönen und warmen Herbsttag.

Reger Verkehr an den Grenzen

Auffällig sei ausserdem die Verkehrszunahme an den Grenzübergängen, sagt Eugster. In Au nahm der Verkehr mit 5 140 568 gezählten Fahrzeugen im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent zu. Beim Grenzübergang in Kriessern waren es mit 3 307 217 Fahrzeugen sogar 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Ob aufgrund des schwachen Euro der Verkehr an den Grenzübergängen weiterhin zunimmt, kann Eugster noch nicht sagen.

Auch der Schwerverkehr auf den Kantonsstrassen wurde gemessen. Mittlerweile verfügt der Kanton über 62 entsprechende Messstellen. Mit einem Anteil von 7,8 Prozent wurden in Unterrindal am meisten Lastwagen gemessen. Dicht gefolgt von den Messstellen Wattwil Ibergtunnel mit 7,5 Prozent und Au Zollamt mit 7,4 Prozent.

Fahrzeugbestand steigt

Nicht nur der Verkehr, auch der Fahrzeugbestand steigt stetig. «In den vergangenen 30 Jahren ist der Fahrzeugbestand jedes Jahr um etwa zwei bis drei Prozent gestiegen», sagt Georges Burger, Leiter des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts. In den vergangenen drei Jahren habe der Bestand etwas weniger stark zugenommen.