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Mehr als 800'000 Seiten aus 200 Jahren: Die Kantonsbibliothek digitalisiert die «Thurgauer Zeitung»

Seit mehr als 200 Jahren wird in der Thurgauer Zeitung über den Kanton berichtet. Nun wird dieser einmalige historische Fundus vollständig digitalisiert und kostenlos zugänglich gemacht.
Christian Kamm
Ein Fundus der besonderen Art: Auch alle TZ-Inserate, wie dieses hier aus dem Jahr 1917, werden digital erfasst. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Fundus der besonderen Art: Auch alle TZ-Inserate, wie dieses hier aus dem Jahr 1917, werden digital erfasst. (Bild: Andrea Stalder)

Wann trat der 2009 verstorbene Thurgauer Nationalrat Ernst Mühlemann erstmals als Politiker in Erscheinung? Wer hielt die Festrede, als der Thurgau erstmals Gastkanton an der Olma war? Und für welche politischen Inhalte stand die erste Thurgauer Frau im Bundeshaus?

Für Antworten auf solche Fragen musste man bis anhin tief ins Archiv hinabsteigen. Beziehungsweise in der Kantonsbibliothek dicke Zeitungsbände wälzen, in der Hoffnung fündig zu werden, bevor man von der geballten Ladung Papier gleichsam erschlagen wird.

Eine Idee von CH Media

Ab Herbst 2020 werden diese Zeiten der Vergangenheit angehören: Die Thurgauer Zeitung goes digital. Nachdem der Regierungsrat 180'000 Franken aus dem Lotteriefonds genehmigt hat, steht nun die Finanzierung eines Projekts, mit dem die älteste Tageszeitung des Kantons komplett digitalisiert und frei zugänglich gemacht wird. Allerdings gilt eine Schutzfrist von maximal zehn Jahren.

Erfasst werden sämtliche Ausgaben seit dem 22. August 1798, als mit dem «Wochenblatt für den Kanton Thurgau» der Vorläufer der TZ zum ersten Mal erschienen ist. Eine Mammutaufgabe: Mehr als 800'000 Zeitungsseiten voller Informationen über den Thurgau haben sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt.

Walter Enggist sei Dank

Das Projekt hat zwei Väter und drei Partner. Die Initiative kam aus dem Hause CH Media, zu dem auch die Thurgauer Zeitung gehört, und wurde dort von Andreas Bauer, Dienstchef der Tagblatt-Medien, zusammen mit dem Publizistischen Leiter Pascal Hollenstein vorangetrieben. Beim Kanton fanden sie mit ihrer Idee offene Türen vor.

Vor allem die Millionen-Schenkung, mit der Walter Enggist auch die Kantonsbibliothek beglückte, fungierte quasi als Türöffner. «Das hat den Durchbruch gebracht», erinnert sich Andreas Bauer. Denn die Kantonsbibliothek will mit Mitteln aus dem Enggist-Fonds explizit auch die Digitalisierung vorantreiben. Dem Fonds werden nun 130'000 Franken entnommen, dazu kommen 50'000 Franken Eigenleistungen der Kantonsbibliothek. CH Media steuert einen Beitrag und Eigenleistungen im Umfang von 30'000 Franken bei.

Benutzerfreundlich mit Volltextsuche

Und als Dritte im Bunde beteiligt sich die Nationalbibliothek mit 87'000 Franken, auf deren Presseplattform (e-newspaperarchives) die digitalisierte TZ dann zu finden sein wird. Macht unter dem Strich mit dem freigegebenen Geld aus dem Lotteriefonds insgesamt 477'000 Franken.

«Jetzt ist das Projekt gesichert», freut sich Bauer. Der Vertrag sei in den nächsten Tagen unterschriftsreif. Und damit wird der Weg frei zur benutzerfreundlichen Erschliessung einer zentralen geschichtlichen Quelle, «in der man dank einer Volltextsuche auf hunderttausende Fragestellungen sofort eine Antwort erhält».

Ein Zivi kontrolliert die Bestände

Den Lead übernimmt die Kantonsbibliothek, wie Joana Keller, Leiterin Historische Bestände und Sammlungen, bestätigt. In einer ersten Phase wird ein Zivildienstleistender den TZ-Bestand auf fehlendes oder beschädigtes Material durchchecken.

Die eigentliche Digitalisierungsarbeit wird dann aber ausgeschrieben und extern vergeben. «Über 800'000 Seiten ist sehr umfangreich. Dafür gibt es Profis», sagt Keller. Immerhin: Die letzten 20 Jahre Zeitungspapier bleiben den Digitalisierern auf jeden Fall erspart. Denn die TZ wird zwar bis heute gedruckt, aber seit Mitte 1998 bereits auf einer digitalen Plattform hergestellt.

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