Mehr als 4000 Personen nutzen Kulturlegi

ST. GALLEN. Ein Jahr nach der Lancierung der Kulturlegi in den Kantonen St. Gallen und Appenzell-Ausserrhoden nutzen über 4000 Personen das Angebot. Eingeführt hat die Kulturlegi die regionale Caritas, Fachstelle Diakonie des Bistums St. Gallen.

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ST. GALLEN. Ein Jahr nach der Lancierung der Kulturlegi in den Kantonen St. Gallen und Appenzell-Ausserrhoden nutzen über 4000 Personen das Angebot. Eingeführt hat die Kulturlegi die regionale Caritas, Fachstelle Diakonie des Bistums St. Gallen. Gemäss Medienmitteilung geben aktuell 118 Angebotspartner armutsbetroffenen Menschen Rabatte im Bereich Kultur, Sport und anderen verschiedenen Dienstleistungen. Die Rabatte entsprechen 30- bis 70prozentigen Preisreduktionen.

Kino, Sport und Theater

«Armutsbetroffene Menschen nehmen aus finanziellen Gründen oft weniger am sozialen und kulturellen Leben teil», sagt Caritas-Projektleiterin Golnaz Djalili. «Dass dadurch ein Teil ihres Netzwerkes verlorengeht, ist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität.» Gegen eine Million Menschen würden schweizweit am Existenzminium leben. «Wer sparen muss, spart nicht zuerst beim Lebensnotwendigen, sondern am Kino- oder Theaterbesuch, am Abo fürs Fitness-Zentrum oder am Zeitungsabonnement.» Einige Anbieter wie der FC St. Gallen oder der Zirkus Knie bieten feste Kontingente für Nutzer der Kulturlegi an. Projektleiterin Golnaz pflegt Kontakte mit den bestehenden Angebotspartnern und sucht nach weiteren. Aktuell führt sie Verhandlungen für verbilligte Deutschkurse, günstige Bibliothekskarten und verschiedene Angebote im Bereich Gesundheitsförderung. Entschädigungen erhalten die Anbieter nicht. «Sie erreichen aber eine zusätzliche Kundengruppe», betont Golnaz. «Ausserdem werden in Kursen nach Anmeldeschluss über die Kulturlegi Plätze vergeben, die leer geblieben wären.»

Erweiterung der Caritas-Karte

Die Kulturlegi ist eine Erweiterung der Caritas-Markt-Karte, die unter anderem zu Einkäufen in den Caritas-Märkten berechtigt. Finanziert wird das Projekt in den ersten drei Jahren über Beiträge aus dem Lotteriefonds, vom Kanton St. Gallen, von der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons St. Gallen und von Gemeinden. Die weitere Finanzierung muss gemäss Mitteilung noch geklärt werden. (red.)