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MEDIZINPRODUKTE: «Wir haben die Mängel rechtzeitig erkannt»

Die oberste Schweizer Patientenschützerin wirft dem St. Galler Kantonsspital fehlendes Qualitätsbewusstsein vor. Norbert Rose, Leiter Qualitäts- und Riskmanagement des Spitals, nimmt Stellung.

Norbert Rose, welche Reaktionen hat das Kantonsspital St. Gallen zum Bericht über den Kauf fehlerhafter Medizinprodukte erhalten?

Die verschiedenen Medienberichte in den vergangenen Tagen führten zu einzelnen internen Rückfragen. Von direkten Zuschriften aus der Bevölkerung habe ich bis dato keine Kenntnis.

Die oberste Patientenschützerin des Landes übt Kritik – der Vorfall zeuge von fehlendem gesundem Menschenverstand und Qualitätsbewusstsein an den betroffenen Spitälern. Was sagen Sie dazu?

Wir werden Frau Hochuli zu uns ans Kantonsspital einladen, damit sie sich persönlich vor Ort ein Bild verschaffen kann. Das Qualitätsbewusstsein am Kantonsspital St. Gallen ist sehr hoch. Zum konkreten Fall ist zu sagen, dass wir die mangelhaften Medizinprodukte rechtzeitig erkannt und aus dem Verkehr gezogen haben.

Kritisiert wird insbesondere, dass das Spital die Vorfälle nicht an Swissmedic gemeldet hat. Aus welchem Grund wurde das unterlassen?

Für das Nichtmelden haben wir zu Recht eine Busse erhalten. Wir haben intensive Anstrengungen unternommen, um alle Betei­ligten für die Meldepflicht von Swissmedic zu sensibilisieren, ­offensichtlich haben aber noch nicht alle Beteiligten diesem Punkt die nötige Beachtung ­geschenkt. Wir werden deshalb unsere Massnahmen in Sachen Sensibilisierung kontinuierlich weiterführen. So sind alleine für 2018 schon 40 Schulungsveranstaltungen geplant.

Über wie viele Jahre bezog das KSSG Material bei der entsprechenden Firma, nachdem ein erstes Mal schadhafte ­Produkte festgestellt worden waren?

Wir haben während gut dreier Jahre rund ein Dutzend verschiedene Medizinprodukte von diesem Lieferanten bezogen. Für einzelne Produkte gab es nach unserer Kenntnis zu jener Zeit im Markt kein entsprechendes ­Konkurrenzprodukt. Die meisten ­Lieferungen waren anstandslos. Wenn Mängel festgestellt worden sind, dann wurden diese Produkte beim Lieferanten reklamiert und nicht mehr verwendet. Das erste meldepflichtige Ereignis gab es im Oktober 2013.

Bei Schweizer Handwerkern herrsche ein höheres Qualitätsbewusstsein als bei gewissen Leuten im Gesundheitswesen, sagt Frau Hochuli. Was antworten Sie ihr?

Ich verweise da auf meine Antwort auf die zweite Frage. (dwa)

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