MEDIZIN: Zweifel an Darstellung von Kristina V.

Nicht nur bei der Zeugung der Thurgauerin Kristina V., sondern auch bei ihrer Schwester Marina, sei es in der IVF-Klinik Bregenz zu einer Verwechslung gekommen. Ein St.Galler Gynäkologe findet das "nahezu unwahrscheinlich".

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Nicht nur bei Kristina V., sondern auch bei ihrer Schwester Marina, soll es bei der Zeugung zu einer Verwechslung gekommen sein.

Nicht nur bei Kristina V., sondern auch bei ihrer Schwester Marina, soll es bei der Zeugung zu einer Verwechslung gekommen sein.

Die Thurgauerin Kristina V. sucht nach ihren leiblichen Eltern. Bei einer künstlichen Befruchtung in der IVF-Klinik in Bregenz wurden 1990 zwei befruchtete Eizellen vertauscht. Nun soll es bei ihrer jüngeren Schwester Marina ebenfalls zu einer Verwechslung gekommen sein.

Erstmals äussert sich der St. Galler Gynäkologe Robert Schönenberger zum Fall. Er arbeitet seit 25 Jahren mit IVF-Gründer Herbert Zech zusammen und ist stellvertretender Leiter des IVF-Zentrums in Nieder­uzwil. «Dass es in derselben Familie gleich zweimal zu einer Verwechslung gekommen sein soll, scheint mir nahezu un­wahrscheinlich», sagt Schönenberger. In der Klinik existierten ­zahlreiche Sicherungsmechanismen, um solche Fehler zu vermeiden.

Es gebe in diesem Fall mittlerweile so viele Ungereimtheiten, dass es eine Klärung durch neutrale Personen brauche, sagt Schönenberger. Die Sachlage werde nun Herbert Zech vom Landesgericht Feldkirch objektiv klären lassen.

Der erste Verwechslungsfall von Kristina V. sei wahrscheinlich, sagt Robert Schönenberger. «Das ist sehr bedauerlich». Die IVF-Klinik in Bregenz habe einen «enormen finanziellen und personellen Aufwand» betrieben, um die leiblichen Eltern von Kristina V ausfindig zu machen – bislang ohne Erfolg. (mge)