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Kommentar

Medical Master: Ein Ja mit Folgeauftrag

Um künftig die medizinische Grundversorgung im Kanton zu garantieren, braucht es einen Effort. Der Grundstein dazu wurde mit dem Ja zum Medical Master an der Universität St.Gallen gelegt.
Regula Weik

Die Ostschweiz braucht dringend junge Ärzte. Die Hälfte der Hausärzte im Kanton St.Gallen ist heute über 55-jährig, und längst nicht jeder Hausarzt, der ins Pensionsalter kommt oder bereits pensioniert ist, findet eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für seine Praxis. Und auch nicht jeder hat Lust, bis 70 zu arbeiten.

Hinzu kommt, und davon kann jeder, der für Personalrekrutierung in der Ostschweiz verantwortlich ist, ein Lied singen: Es ist schwierig, Fachleute aus den Zentren in die periphere Ostschweiz zu holen. Das gilt auch für abgewanderte Ostschweizer; sie kommen kaum zurück in die Heimat. So überrascht es nicht, dass in der Ostschweiz überdurchschnittlich viele Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland tätig sind. Ihr Anteil beträgt 44 Prozent – damit belegt die Ostschweiz landesweit einen Spitzenplatz. Streitig macht ihr diesen einzig das Tessin. Auch ein Randkanton und auch einer ohne eigene Medizinerausbildung – wie St.Gallen bislang.

Um künftig die medizinische Grundversorgung im Kanton zu garantieren, braucht es also einen Effort. Die St. Galler Regierung hat dies früh erkannt und früh auf eine eigene Ausbildung für Ärztinnen und Ärzten gesetzt – verbunden mit der Hoffnung, dass die Absolventen des hiesigen Masterstudiengangs nach dem Abschluss in der Ostschweiz bleiben und hier tätig werden. Das Interesse an der Ausbildung scheint ihr bislang recht zu geben. Doch ob die Rechnung schliesslich aufgehen wird, ist völlig offen. Erstmals zeigen wird sich dies 2023; dann schliessen die ersten St. Galler Ärztinnen und Ärzte ihre Ausbildung ab.

Ob es zur Linderung des Ärztemangels genügt, einzig und allein die Zahl der Studienplätze zu erhöhen, muss sich ebenfalls erst noch weisen. Ebenso wichtig dürften Angebote für Teilzeitarbeit und Erleichterungen beim Wiedereinstieg sein – denn viele Medizinstudierende sind Frauen. Nicht zuletzt muss sich die St. Galler Regierung rasch mit allen Beteiligen auf eine neue Spitalstrategie einigen.

Ein in Fragen der medizinischen Versorgung zerstrittener Kanton verliert als Arbeitsort rascher an Reiz, als der Regierung lieb sein kann und als das gestrige Abstimmungsergebnis vermuten lässt.

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