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McDonald's in Wil überfallen: Räuber muss über zehn Jahre ins Gefängnis

Ein psychisch kranker Raubtäter, der unter anderem einen Erotiksalon in St.Gallen und die McDonald's-Filiale in Wil überfallen hat, ist zu einem Freiheitsentzug von über zehn Jahren verurteilt worden. Die Strafe wird zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben. Die Anklage hatte neun Jahre und Verwahrung beantragt.
Claudia Schmid
Der Mann hatte 2013 die McDonald's-Filiale in Wil überfallen. (Symbolbild: Keystone)

Der Mann hatte 2013 die McDonald's-Filiale in Wil überfallen. (Symbolbild: Keystone)

Die Gerichtsverhandlung gegen den 32-jährigen Schweizer hatte in zwei Teilen stattgefunden. Bereits Ende 2016 entschied das Kreisgericht St.Gallen über Frei- und Schuldsprüche. Unter anderem sprach es den Beschuldigten des mehrfachen Raubes (teilweise unter Mitführen einer Waffe), der fahrlässigen schweren Körperverletzung, der Freiheitsberaubung, der Drohung, der Nötigung, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz und weiterer Straftaten schuldig.

Fünf teils brutale Raubüberfälle

Die fünf der teilweise brutalen Raubüberfälle, für die der psychisch kranke Mann verurteilt wurde, betrafen das Hotel Uzwil, Tankstellenshops in Bronschhofen und Wil, eine McDonaldsfiliale in Wil und einen Erotiksalon in St.Gallen. Schuldig erklärt wurde er auch, weil er aus dem Gefängnis Appenzell floh, weil er einen Autofahrer ausgebremst und ihn mit einem Sturmgewehr bedrohte und weil er zusammen mit Kollegen einen problematischen Mieter aus seiner Wohnung weisen wollte und das Opfer dabei fesselte, würgte und brutal schlug.

Das Zwischenurteil enthielt auch Freisprüche. So erachtete es das Kreisgericht St.Gallen als nicht bewiesen, dass der Beschuldigte für einen Raubüberfall auf den McDonalds in Abtwil verantwortlich ist. Dort wollte es der Zufall, dass der bereits überfallene Schichtleiter aus Wil in der Filiale arbeitete. Der Täter schoss auf ihn. Die Kugel bohrte sich in den Unterarm des Angestellten. Nachdem der unbekannte, maskierte Mann weitere fünf Schüsse abgegeben hatte, floh er.

Ausgeprägte dissoziale Persönlichkeitsstörung

Nach diesem Zwischenentscheid wurde ein neues psychiatrisches Gutachten erstellt. Der Psychiater kam zum Schluss, dass der Beschuldigte an einer ausgeprägten dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet und begrenzte Therapiemotivation zeigt. Das Rückfallrisiko bezeichnete er als hoch.

Im zweiten Teil der Hauptverhandlung vom 26. März 2019 beantragte die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und die Verwahrung. Das psychiatrische Gutachten gehe klar von einer hohen Rückfallwahrscheinlichkeit aus, erklärte sie. Somit sei der Beschuldigte für die Öffentlichkeit eine Gefahr, die mit therapeutischen Mitteln in absehbarer Zeit nicht verringert werden könne. Der Verteidiger sah eine Freiheitsstrafe von acht maximal neun Jahren als Schuld angemessen. Er stellte den Antrag, die Verwahrung sei abzuweisen.

Gericht ordnet stationäre Therapie an

Nun hat das Kreisgericht St.Gallen sein Urteil veröffentlicht. Es ging über das von der Anklage beantragte Strafmass von neun Jahren hinaus und verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten. Auf die Verwahrung des Raubtäters verzichtete es, ordnete aber eine stationäre Massnahme nach Artikel 59 (kleine Verwahrung) an. Mehreren Opfern muss er Schadenersatz und Genugtuung zahlen. Die Verfahrenskosten betragen über 240'000 Franken. Vier Fünftel der Summe gehen zu Lasten des Beschuldigten.

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