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MATURAARBEIT: Heerbrugger Kantischülerin erhält anonyme Briefe

Eine 17-Jährige wird wegen ihrer Maturaarbeit über Islamophobie übel beschimpft. «Werden Sie Sklavenweib in Syrien» heisst es in einem anonymen Brief. Der Vater und die Prorektorin der Kantonsschule Heerbrugg verurteilen die Angriffe.
Jolanda Riedener
Diese und andere Kopien aus Zeitschriften waren den anonymen Briefen an die Kantonsschülerin beigelegt. (Bild: sgt/Montage)

Diese und andere Kopien aus Zeitschriften waren den anonymen Briefen an die Kantonsschülerin beigelegt. (Bild: sgt/Montage)

HEERBRUGG. Die Heerbrugger Kantonsschülerin Giuliana Frisenda hat die Islamfeindlichkeit im St.Galler Rheintal untersucht und ihre Maturaarbeit darüber geschrieben. Jetzt erhält die 17-Jährige anonyme und persönlichkeitsverletzende Briefe.

«Objektiv untersucht»

Die Schweizerin hat sich mit Islam- und vor allem Moslemfeindlichkeit in ihrer Umgebung, dem St.Galler Rheintal, beschäftigt. Sachlich und differenziert ist Giuliana Frisenda an das Thema herangegangen. Die Kantonsschülerin zeigt sich offen gegenüber jeder Religion. Mit ihrer Arbeit wollte sie Erklärungen für ein Phänomen finden, dem sie im Alltag begegnet ist. Das ist ihr gelungen, ihre Arbeit wurde mit einer sehr guten Note bewertet.

«Bei der Maturaarbeit handelt es sich um eine selbständige Ausarbeitung einer präzisen Fragestellung zu einem Thema, die mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden beantwortet wird», sagt Eva Rothenberger, Prorektorin an der Kantonsschule Heerbrugg. «Giuliana Frisenda ist die Auseinandersetzung sehr gut gelungen. Sie hat objektiv und fokussiert untersucht und nimmt dabei keine wertende Haltung ein», sagt Rothenberger weiter. Zudem war die Präsentation der Maturaarbeit gut besucht, wie der Vater, Franco Frisenda, sagt.

Eigene Tochter schützen

Drei anonyme Briefe hat Giuliana Frisenda mittlerweile erhalten. Sie machen den Vater wütend. Er überlegt sich, die Briefe an die Polizei weiterzuleiten. Vor allem einer der Briefe, in dem der Verfasser die Maturandin persönlich angreift, bringt Franco Frisenda zum Kochen. «Ich will meine Tochter vor diesem Müll schützen», sagt er.

In einem Brief, der auf einem Computer verfasst wurde, heisst es: «Fast unglaublich, dass eine Kantonsschülerin, die ja eine gewisse kritische Intelligenz haben sollte, so einen Unsinn daher plappert.» Franco Frisenda sagt dazu: «Meine Tochter hat gar keine Chance, sich dagegen zu wehren. Keiner von ihnen hat ihre Arbeit gelesen.» Sollten noch weitere anonyme Briefe kommen, will Giuliana Frisenda diese einfach ignorieren oder wegwerfen. «Ich habe auch sehr viele positive Reaktionen auf meine Arbeit bekommen. Für diese bin ich dankbar.»

Die Prorektorin der Kantonsschule Heerbrugg, Eva Rothenberger, sagt: «Auch die Schulleitung verurteilt es vehement, wenn unsere Schülerinnen und Schüler anonym beschimpft werden.»

«Hauen Sie schnell ab»

In einem der Schreiben an die Kantonsschülerin heisst es weiter: «Hauen Sie möglichst schnell ab aus unserer guten Schweiz. Zum Beispiel in den islamistischen Teil von Syrien und werden Sie Sklavenweib für die Kinderproduktion jener mörderischen Islamisten der primitiven Sorte.» Und: «Für solch kindische Girls wie Sie wäre jeder weitere Steuerfranken schade für ihre weitere Schulbildung.»

In anderen Briefen wurden auch Kopien aus Zeitschriften beigelegt und kommentiert. Ein anonymer Schreiber äusserte konfuse Gedanken, beispielsweise, dass bald ein Krieg zwischen dem Christentum und dem Islam ausbreche, der 500 Jahre andauern werde. «Hoffentlich erhellt sich Ihr Geist», oder: «Diesen Brief immer wieder lesen!» waren seine Ratschläge an Giuliana Frisenda.

Auch Kommentare online

Auch auf Tagblatt Online gab es einige Kommentare zum Artikel. Die Meinungen zur Maturaarbeit der 17jährigen Kantonsschülerin waren allerdings ausgewogener und ohne persönliche Angriffe gegen die junge Frau.

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