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Matratzen, Kühlschränke, Skis: Beinahe täglich verlieren Fahrzeuge Teile ihrer Ladung auf der Autobahn

Immer wieder kommt es auf Autobahnen zu Unfällen, die durch losgelöste Gegenstände auf der Fahrbahn verursacht werden. Nicht immer gehen diese glimpflich aus wie kürzlich bei Wil.
David Grob
Wenn sich Gegenstände von der Ladefläche lösen, können sie zu einem gefährlichen Hindernis werden. (Bild: Kantonspolizei Graubünden)

Wenn sich Gegenstände von der Ladefläche lösen, können sie zu einem gefährlichen Hindernis werden. (Bild: Kantonspolizei Graubünden)

Wil, vor knapp einem Monat: Auf der Autobahn ereignet sich ein spektakulärer Unfall: Ein Auto prallt in ein zweites, hebt ab, überschlägt sich und kommt wieder auf allen vier Rädern zum Stehen. Der 52-jährige Lenker bleibt unverletzt.

Der Grund für den Unfall? Verlorene Gegenstände. Die Dachbox eines Autos, die nicht korrekt verschlossen war, hat sich während voller Fahrt geöffnet, wodurch diverse Gegenstände auf die Fahrbahn gefallen sind. Der nachfolgende Fahrer bremst stark ab und löst mit dem Manöver einen Unfall aus.

Ein spektakulärer Unfall geht glimpflich aus: Nach dem Überschlag landet das Auto auf allen vier Rädern. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

Ein spektakulärer Unfall geht glimpflich aus: Nach dem Überschlag landet das Auto auf allen vier Rädern. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

Dass Gegenstände aus fahrenden Fahrzeugen fallen, kommt häufig vor. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt:

«Wir erhalten beinahe täglich Meldungen von herausgefallenen Gegenständen oder Objekten auf der Autobahn.»

Auch sein Thurgauer Kollege, Mediensprecher Michael Roth, spricht von wöchentlichen Vorfällen. Genaue Zahlen, wie oft Gegenstände von offenen Ladeflächen oder aus schlecht geschlossenen Boxen auf die Fahrbahn gelangen, können aber weder Krüsi noch Roth liefern.

Es gibt keine Statistik

Denn beide Kantonspolizeien führen keine Statistik zu Verluste von Ladegut auf der Autobahn. Insofern sei es schwierig abzuschätzen, wie vielen Unfälle durch verlorenes Ladegut ausgelöst werden, sagt Krüsi. Auch die Eigentümerin der Autobahnen, das Bundesamt für Strassen Astra, führt keine derartige Statistik – im Gegensatz zu ihrem österreichischem Pendant: der Infrastrukturgesellschaft Asfinag, die ganz im Besitz des österreichischen Staates steht.

Blick nach Vorarlberg

Im Gegensatz zur Schweiz erfasst Österreich die Anzahl von verlorenen Gegenständen auf Autobahnen. Im angrenzenden Bundesland gingen im vergangenen Jahr 483 Verlustmeldungen auf Autobahnen ein. Dies ist ein Anstieg von 108 Fällen gegenüber dem Vorjahr. Damit folgt Vorarlberg dem österreichweiten Trend. Das benachbarte Bundesland reiht sich mit diesem Wert im Mittelfeld aller Bundesländer ein. Spitzenreiter ist die Steiermark mit über 1000 Meldungen. (dar)

Laut Roth sind es oft Berufsleute, die Teile ihrer Ladungen verlieren. Privatpersonen wie im Fall bei Wil seien in der Minderheit. Roth führt dies darauf zurück, dass Firmen viel häufiger Transportfahrten durchführen als Privatpersonen. «Die Wahrscheinlichkeit, etwas zu verlieren, ist höher.»

Kuriositäten auf der Fahrbahn

Erich Pfiffner arbeitet für das Nationalstrassengebiet 6 und ist Leiter des Werkhofs in Mels. Er und sein Team sind für den Unterhalt der Ostschweizer Autobahnen zuständig – und sie kommen dann zum Einsatz, wenn Gegenstände auf der Autobahn liegen. In 23 Jahren hat Pfiffner vieles gesehen. Er erzählt von einer Frau, die einen schweren Eichentisch mit mehreren Spannvorrichtungen auf ihr Autodach montiert hat. «Ein Spannseil löste sich, der Tisch wackelte und beschädigte das Auto schwer. Zum Glück konnte sie auf dem Pannenstreifen halten.» Auch sonst hat Pfiffner manche Kuriositäten von der Fahrbahn entfernt: Matratzen, Kühlschränke, Skis, Velos.

Und was passiert mit einem Fahrzeuglenker, der seine Ladung verliert? «Dieser wird bei der Staatsanwaltschaft verzeigt», sagt Hanspeter Krüsi. Diese lege anschliessend die Höhe der Busse fest. Ausserdem wird eine Kopie des Rapports an das Strassenverkehrsamt des Kantons weitergeleitet. «Dieses kann darüber entscheiden, ob der Führerschein ganz entzogen wird oder nicht», sagt der Polizeisprecher.

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