Match ohne Bratwurst

Ein Match ohne Sieg und ohne Bratwurst: Das war am Mittwochabend zu viel für einige Fussballfans, als sie eine Bratwurst bestellten und es «leider ausverkauft» hiess.

Christa Kamm-Sager
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Leerer Grill beim Match: Am Mittwoch waren die Bratwürste in der AFG Arena begehrt wie nie. (Bild: Leserbild)

Leerer Grill beim Match: Am Mittwoch waren die Bratwürste in der AFG Arena begehrt wie nie. (Bild: Leserbild)

ST. GALLEN. Auch Basler scheinen die St. Galler Bratwurst zu lieben: Die Nachfrage war am Mittwoch beim Cupspiel des FCB gegen den FC St. Gallen «extrem». «Wir haben aus unerfindlichen Gründen 20 Prozent mehr Bratwürste verkauft als an anderen Abenden», so Egger. Das sagt Catering-Chef Urs Egger und entschuldigt mit dieser überdurchschnittlichen Lust auf Wurst, dass Nachfrage und Angebot für einmal nicht übereingestimmt hätten. An manchen Verpflegungsständen mussten Bratwurstliebhaber schon in der Pause auf Cervelat, Schüblig oder Pommes ausweichen.

Erboste Mails

Zum Frust über das verlorene Spiel gesellte sich so auch noch der Frust über die kulinarische Freude, die für viele Matchbesucher einfach dazu gehört. FCSG-Mediensprecher Daniel Last spricht am Tag nach dem Wurstdebakel von einigen erbosten Mails, die bei ihnen eingegangen seien. «Das ist nicht schön, wir wollen Lehren daraus ziehen.»

Egger bedauert, dass die Bratwürste an einigen Ständen nicht mehr verfügbar waren. «An anderen Verkaufsstellen hatten wir aber bis zum Schluss genug Würste», beschwichtigt er. Es seien zwei Personen den ganzen Abend damit beschäftigt gewesen, Bratwurstnachschub dorthin zu bringen, wo die Lieblingswurst der St. Galler ausverkauft war. «Wir haben am Mittwochabend so viele Bratwürste verkauft wie noch nie.» Weshalb das so ist, konnte Egger bis jetzt noch nicht eruieren. «Ich habe meine Erfahrungswerte. Am Mittwoch haben diese einfach nicht gestimmt. Alle wollten am Mittwoch eine Bratwurst.» Dafür habe man «wahnsinnig wenig» Pommes verkauft.

Mit leerem Bauch ins Stadion

Die ganze Organisation des Caterings ist laut Egger sehr komplex. Erfahrungsgemäss werde an Spielen unter der Woche mehr Verpflegung verkauft, weil viele direkt von der Arbeit mit leerem Bauch ins Stadion fahren und dort essen. Dieser Faktor sei bekannt und werde in die Bestellung einkalkuliert. Sobald er die Anzahl der verkauften Tickets wisse, beginne er mit der Kalkulation der Bestellung. Am Tag vor dem Match werden die exakte Anzahl an Würsten und genau so viele Bürli dann definitiv bestellt. In den 26 Jahren, seit er das Catering für den FC St. Gallen manage, sei es jetzt das erste Mal passiert, dass er zu wenig Bratwürste anbieten konnte, meint Egger. Der Verkauf sei schlicht und einfach überdurchschnittlich gewesen. «Das kann es einfach mal geben. Auch in der Migros oder beim Bäcker kann mal ein Artikel ausgehen.» Er habe auch schon 2000 Bratwürste zu viel bestellt und noch viel öfters fertig gebratene Würste wegwerfen müssen.

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