Massiv zu mild für diese Jahreszeit – und es bleibt frühlingshaft

Nach 1990 und 1998 dürfte der Februar 2019 als einer der drei wärmsten in die Wetterstatistik eingehen. Dafür war der Januar in Berglagen einer der kältesten Monate der letzten 30 Jahre.

Christa Kamm-Sager
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Eine Biene auf einer Krokusblüte – und das am 16. Februar. (Bild: Keystone)

Eine Biene auf einer Krokusblüte – und das am 16. Februar. (Bild: Keystone)

Mit Schlottern erinnert man sich in diesen sonnigen, milden Tagen an die Kälte im vergangenen Februar: Vom 20. bis 28. Februar 2018 war es bitterkalt. «Die Temperaturen lagen vor einem Jahr zur gleichen Zeit 10 Grad unter dem Durchschnitt», sagt Daniel Gerstgrasser, Meteorologe von MeteoSchweiz. Zweistellige Minusgrade liessen die Schweiz gefrieren.

11 Grad über dem Schnitt in den Bergen

Ganz anders präsentiert sich das Wetter im aktuellen Februar: Nach Hoch Dorit bringt Hoch Erika milde Luftmassen und damit viel Sonne und hohen Luftdruck in die Ostschweiz und den ganzen Alpenraum. Vor allem in den Bergen sind die Abweichungen zum langjährigen Temperaturdurchschnitt eklatant: «Die Februartemperaturen lagen in den Bergen in den letzten Tagen 11 Grad über dem langjährigen Schnitt. Im Flachland ist es im Februar bisher rund 1,5 Grad zu warm», sagt der Meteorologe. Und es geht so weiter:

 «Bis Ende Monat wird das Hoch voraussichtlich wetterbestimmend bleiben.»

Die sogenannten Omega-Wetterlage ist sehr stabil und bekannt dafür, dass sie über längere Zeit an Ort und Stelle verharrt. Allerdings könne sich je nach Feuchtigkeit etwas Hochnebel bilden.

Kalter Januar in den Bergen

Der Temperatur-Durchschnitt der letzten 30 Jahre für den Februar lag in St.Gallen bei +0,4 Grad, auf dem Säntis bei -7,7 Grad und in Güttingen bei +0,5 Grad. Bis heute gemessene Temperaturen addiert mit den Prognosen, ergeben für St.Gallen dieses Jahr voraussichtlich einen Februar-Durchschnitt von +1,6 Grad, für den Säntis -3,5 bis -4 Grad und für Güttingen +2 Grad.

Dafür geht der Januar 2019 vor allem in den Bergen als einer der kältesten Monate der letzten 30 Jahre in die Wetterstatistik ein. «In den Bergen war es sehr kalt, 1985 war es das letzte Mal ähnlich frostig», so Daniel Gerstgrasser.

Schnee im März und April noch möglich

Die Temperaturen seien sehr von der grossräumigen Wetterlage abhängig: Bei Nordeinfluss werde es kalt, bei Südeinfluss, unter dem unsere Region jetzt liege, werde es wärmer. «Diese Regel gilt für jeden Monat im Jahr und ist grossen Schwankungen unterworfen.»

Der Meteorologe gibt zu bedenken, dass dieses milde Wetter uns jetzt nicht unbedingt direkt in den Frühling überleiten wird:

«Es kann durchaus auch im März und im April nochmals schneien und kalt werden. Nur hat die Sonne dann schon deutlich mehr Kraft.»