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MARKENZWIST: Der Kleinere gibt nach

Der Rechtsstreit zwischen der Holzmanufaktur Urwyler & Hostettler und Puma ist zu Ende. Die Ermatinger haben ein neues Logo entworfen, um einem allfälligen Gerichtsverfahren zu entgehen.

Wenigstens am Schluss sind alle zufrieden. Der Logo-Disput zwischen der Ermatinger Holzmanufaktur Urwyler & Hostettler und Puma hat ein versöhnliches Ende genommen. Zur Verkündung luden die Parteien gestern in den Frauenfelder Plättli-Zoo. Das Ermatinger Unternehmen verspricht, sein bisheriges Logo aus dem Schweizerischen Markenregister zu löschen und fortan ein neues Logo zu führen. Im Gegenzug verzichtet Puma auf weitere Rechtsmittel, um die Löschung der Marke «Made in Ermatingen» zu erzwingen. Puma hatte 2016 moniert, das Logo mit dem springenden Hund sei dem Puma-Logo zu ähnlich. Nach einem langen Kampf gegen den deutschen Riesen haben die tapferen Ermatinger nun eingelenkt und aus dem springenden Hund, der in Anlehnung ans Ermatinger Ortswappen entstand, einen Hundekopf gemacht.

«Wir sind froh, dass wir uns endlich wieder aufs Schaffen konzentrieren können», sagte Andy Hostettler, Mitinhaber von Urwyler & Hostettler. «Den Gang vor Gericht hätten wir uns nie leisten können.» Einen kleinen Teilsieg darf das Drei-Mann-Team trotzdem für sich verbuchen: Puma kommt für die Kosten des neuen Logos und die bisher entstandenen Aufwendungen auf.

Wie viel das ist, darüber wollte Hostettler keine genaueren Angaben machen. Nur so viel: «Es ist kein Geschäftsmodell, sich mit Puma anzulegen.» Der zweite Teil der Einigung kommt einem zugute, der mit der Sache gar nichts zu tun hat – dem Plättli-Zoo. Hostettler hat eingefädelt, dass der Sportartikelhersteller das Pumagehege mit einer Spende von 5000 Franken unterstützt. Peanuts für die Deutschen, ein Glücksfall für den Zoo. «Da sagen wir nicht nein», sagte Zoodirektor Walter Mauerhofer. Die Geschichte hätte gut auch vor dem Bundesverwaltungsgericht enden können.

Das bestätigt Neil Narrimann von Puma. Er ist sogar der Meinung, dass das Institut für Geistiges Eigentum in Bern bei seinem Entscheid nicht richtig lag. Dieses hatte kürzlich festgestellt, dass der springende Hund nicht mit der Raubkatze von Puma verwechselt werden kann. Wie Narrimann sagt, war jedoch nie die Bedrohung durch Urwyler & Hostettler ein Problem, sondern die möglichen globalen Auswirkungen davon. Nämlich dann, wenn sich jemand mit einem ähnlichen Logo ins gleiche Geschäft wage, und das Ermatinger Logo als erlaubtes Beispiel nenne. «Unsere Marke ist alles. Sie macht den Wert von Puma aus.»

Andy Hostettler hat heute auch Verständnis für die Argumentation von Puma. «Aber wenn wir früher telefoniert hätten, wäre es nie so weit gekommen.»

Donat Beerli

donat.beerli@thurgauerzeitung.ch

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