Marianne Oehler zurück in der Schweiz

Die Schweizer Rettungsflugwacht hat die Frau von AFG-Chef Edgar Oehler von Valencia nach St. Gallen geflogen. Die Ärzte konnten ihren Arm retten.

Diana Bula
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St. Gallen. Marianne Oehler liegt im Kantonsspital St. Gallen und kann mit Hilfe das Bett wieder verlassen. «Wie sie ihren Arm in Zukunft benützen kann, wird die Zeit zeigen», sagt Edgar Oehler, der Chef der Arbonia-Forster- Holding AG. Er spricht von Glück im Unglück. Die spanischen Ärzte hätten korrekt gehandelt, seine Frau verlegt. Ein Spezialist habe sie daraufhin in der ersten Nacht fast sieben, in der zweiten Nacht fünf Stunden lang operiert.

Anfang Mai waren Edgar Oehlers Gattin, zwei seiner vier Töchter und drei Verwandte im spanischen Alicante mit dem Auto verunglückt. Ein Wagen fuhr von hinten auf das Fahrzeug der Industriellenfamilie auf. Beim Aufprall wurde Marianne Oehlers Arm «fast abgeschnitten», wie der AFG-Chef kurz nach dem Unfall preisgab. Die Ärzte liessen die Frau des Chefs der Arbonia-Forster-Holding AG zur Behandlung nach Valencia bringen. Dort lag sie fast eine Woche im Koma.

Verarbeiten benötigt Zeit

Gestern feierte die Familie Oehler den Geburtstag von Tochter Andrea – am Spitalbett der Mutter. Beim Unfall in Alicante hatte die junge Frau Lenden- und Rippenbrüche erlitten. Unterdessen konnte sie das Krankenhaus zwar verlassen, hat laut Edgar Oehler aber noch immer mit «Ups und Downs» zu kämpfen. Die Psyche brauche eben lange, um ein solches Ereignis zu verdauen, meint er.

Auch Tochter Caroline, die zuerst unverletzt schien, leidet nun – an einem Schleudertrauma, wie der Vater beklagt.

Solidaritätswelle

Der AFG-Chef beschreibt die Stimmung in seiner Familie als «eigenartig»: «Wir reden immer vom zweiten Leben, das uns geschenkt wurde.» Während der vergangenen 18 Monate hätten fünf der sechs Familienmitglieder auf dem «Grat zwischen Leben und Tod gestanden. Das schweisst zusammen, besonders die Mädchen».

2008 war der Unternehmer an einer Blutvergiftung erkrankt und fast daran gestorben.

Edgar Oehler hatte den Unfall in Spanien publik gemacht, um Gerüchten entgegenzuwirken, er selbst sei verunglückt. «Ich bereue den Entscheid nicht. Eine unvorstellbare Solidaritätswelle schlug mir entgegen», so Oehler. Er habe Hunderte von Briefen und Mails zur Aufmunterung erhalten. Die Vorfälle der letzten Zeit hätten sein Leben beeinflusst. «Die Gespräche mit Freunden gehen nun noch tiefer», erklärt Oehler.

Auf USA-Reise verzichten

Seit vielen Jahren fliegen die Töchter der Familie Oehler regelmässig in die USA. Dort besitzt der AFG-Chef ein Haus. Dieses Jahr fällt die Reise aus. «Die Mädchen wollen in der Schweiz bleiben. Sie haben Angst und wollen kein unnötiges Risiko eingehen.» Auch über Ferien in Spanien denkt die Familie nicht mehr nach. Inzwischen ist der Unfallverursacher gefasst worden – Edgar Oehler will ihn nicht kennenlernen.

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