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Mangels Beweisen: Gericht spricht
44-Jährigen vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung frei

Ein Mann war angeklagt, seine Frau mehrfach vergewaltigt zu haben. Nun spricht ihn das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland von diesem Vorwurf frei: Es gebe keine Beweise, und die Aussagen der Frau seien vage bis widersprüchlich. Der Mann erhält eine Geldstrafe wegen Drohungen.
Reinhold Meier
Bild Patrick Gutenberg

Bild Patrick Gutenberg

Über fünf Jahre hinweg soll ein heute 44-jähriger Mann seine Frau laut Anklage vergewaltigt haben, oft mehrmals pro Woche. Er hatte die Vorwürfe stets abgestritten. Jetzt gibt ihm das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland recht: Es spricht den Mann vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung frei. Es fehlten die Beweise. Die Frau habe ihre schweren Vorwürfe nie konkretisieren können, sondern sei stets vage und allgemein, teils gar widersprüchlich geblieben. Zudem liege kein einziges Arztzeugnis vor, das einen konkreten Hinweis geben könnte. Ebenso wenig lägen irgendwelche Aussagen vor, die die Frau in dieser Zeit etwa gegenüber Freundinnen oder Angehörigen gemacht haben könnte. Keine Drittperson habe etwas von den angeblichen Vergewaltigungen gehört oder gesehen.

Geldstrafe wegen Drohungen

Erwiesen ist laut Gericht hingegen, dass der Mann seiner Frau gedroht hat – über Jahre hinweg. Die Drohungen in den Jahren vor 2012 seien zwar inzwischen verjährt. Daher werde das Verfahren dahingehend eingestellt. Für Drohungen seit März 2012 erfolge aber ein Schuldspruch verbunden mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 50 Franken, also 6000 Franken. Weil der Mann bisher unbescholten ist, wird die Strafe für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die mit den Drohungen möglicherweise verbundenen Tätlichkeiten, die ebenfalls angeklagt waren, sind verjährt. Ein Vorstoss des Opferanwalts, sie als einfache Körperverletzung zu werten und damit der Verjährung zu entziehen, verfing nicht. Auch dazu hätten Arztzeugnisse oder andere Indizien ins Recht gelegt werden müssen, hiess es beim Gericht. Die Aussagen der Frau allein seien einfach zu vage und widersprüchlich. Die Genugtuungsforderung des Opferanwalts wurde auf den Zivilprozessweg verwiesen. Wegen des Freispruchs in der Hauptsache muss der Mann nur einen Viertel der Verfahrenskosten tragen, rund 7000 Franken. Ein möglicher Rekurs seitens der Staatsanwaltschaft dürfte möglich sein, schliesslich hatte sie den Fall erst auf Geheiss der Anklagekammer zur Anklage gebracht.

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