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MAGEN-DARM-GRIPPE: Das Norovirus ist zurück

In der Region Kreuzlingen breitet sich der hochansteckende Erreger aus: Betroffen sind ein Alterszentrum und mehrere Schulen.
Rosella Blattmann
So sieht das gefährliche und ansteckende Norovirus unter dem Mikroskop aus. (Bild: Fotolia)

So sieht das gefährliche und ansteckende Norovirus unter dem Mikroskop aus. (Bild: Fotolia)

Rosella Blattmann

rosella.blattmann@thurgauerzeitung.ch

Besonders arg hat es das Alterszentrum Kreuzlingen getroffen. Seit letztem Mittwoch ist es wegen zahlreicher Fälle von Magen-Darm-Grippe für alle Besucher geschlossen. Dies bestätigt Geschäftsführerin Anna Jäger. «Laborproben haben ergeben, dass unter den Bewohnenden einige am ansteckenden Norovirus erkrankt sind», sagt sie. «Es tut uns sehr leid, dass wir unsere Bewohner isolieren müssen.» Im Alterszentrum seien zuerst die Mitarbeiter und dann einzelne Bewohner erkrankt, ergänzt sie. Sobald keine Ansteckungsgefahr mehr bestehe, werde man das Alterszentrum wieder für die Besucher öffnen. In der Zwischenzeit würden spezielle Hygienevorschriften gelten.

120 von 540 Schülern im Bett

Auch das Kantonsspital Münsterlingen bestätigt den Norovirus-Befund. Letzte Woche seien mehrere Patienten mit Verdacht auf Norovirus in den Notfall eingeliefert worden, sagt Pflegedirektorin Agnes König. «Bei mindestens einem Fall hat sich der Verdacht Norovirus bestätigt.» Ob noch mehr der mehrheitlich älteren Patienten tatsächlich am Virus erkrankt seien oder ob sie lediglich an einer Magen-Darm-Grippe leiden würden, könne man momentan nicht sagen.

Im Raum Kreuzlingen sind auch Schüler aller Altersstufen von der Magen-Darm-Grippe betroffen. An der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen sind sowohl junge Erwachsene als auch das Personal betroffen. «Von insgesamt 540 Schülerinnen und Schülern fehlten vergangenen Freitag rund 120», sagt Rektor Lorenz Zubler. Warum diese fehlten und wie viele der erkrankten Schüler das Norovirus hätten, kann er nicht sagen. Momentan sehe es aber so aus, als würde sich die Situation wieder beruhigen. Am Montag fehlten bereits deutlich weniger Schüler. «Schätzungsweise 30 bis 40 waren nicht im Unterricht.» Auch sechs Lehrer waren am Montag noch krank gemeldet. Dies habe dazu geführt, dass Lektionen ausgefallen seien.

Als zusätzliche Sicherheitsmassnahme habe man am Montag und Dienstag den Sportunterricht gestrichen, sagt Zubler. Durch den Körperkontakt und das vermehrte Schwitzen sei die Ansteckungsgefahr während des Turnens noch grösser als sonst. Auch die Sekundarschule Ermatingen blieb nicht verschont. Das bestätigt Schulpräsident Beat Kneubühler. Sowohl Lehrpersonen als auch Sekundarschüler seien von der Magen-Darm-Grippe betroffen. «Am Montag ist ein Teil unserer Schüler nach Davos ins Skilager gefahren. Zwölf Kinder konnten nicht mitfahren.» Sie könnten aber nachreisen, sagt der Schulpräsident.

Mit Mundschutz ins Skilager

Bereits am Donnerstag habe die Sekundarschule Massnahmen wegen häufiger Magen-Darm-­Erkrankungen getroffen, sagt Kneubühler. «In Absprache mit der Schulärztin haben wir zum Beispiel beschlossen, dass im Lager alle Schüler einen Mundschutz und ein Handdesinfektionsmittel dabei haben müssen.» Zudem gelte die 48-Stunden-Regel: «Wenn nach dieser Zeit bei einem Schüler oder einem erkrankten Familienmitglied keine Symptome mehr auftreten und keine Ansteckungsgefahr mehr herrscht, darf das Kind ins Skilager nachreisen», sagt Kneubühler.

Priska Sieber, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Thurgau in Kreuzlingen, bestätigt am Montagabend auf Anfrage, dass es kürzlich an der Pädagogischen Hochschule ebenfalls Fälle von Norovirus-Erkrankungen gegeben hat.

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