Männer wählen technische Berufe, Frauen arbeiten in der Pflege

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Geschlechterverhältnis Es gibt sie: die sogenannten typischen Männer- und Frauenberufe. Gerade bei Vollzeitstellen sind Männer in der Überzahl, bei leitenden Positionen auch. Obwohl der Verein KMU Frauen St. Gallen mit etwa 500 Mitgliedern eine der schweizweit grössten Delegationen ist, sieht Präsidentin Ulrike Brunschweiler noch grosses Potenzial bei Frauen in leitenden Positionen. «Die Schwierigkeit liegt in der Teilzeitarbeit», sagt sie. Diese lässt sich nicht gut mit einer Führungsposition verbinden. Brunschweiler plädiert für individuelle Lösungen und mehr Akzeptanz für arbeitende Mütter.

Bei Berufen, in denen Teilzeitarbeit gut möglich ist, fehlen hingegen die Männer, beispielsweise im Kindergarten. «Der Anteil an Kindergärtnern ist sehr gering», sagt Markus Seitz, Verwaltungsdirektor der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. 85 Prozent aller Studierenden auf der Kindergarten- und Primarschulstufe sind Frauen. Dafür sind nur 13 Prozent aller Studierenden an der Hochschule für Technik Rapperswil Frauen. Bei der Informatik, dem grössten Studiengang, treffen auf etwa 300 Studierende knapp 20 Frauen. Die Tendenz ist steigend, allerdings in kleinen Schritten.

Am Kantonsspital St. Gallen ist das Geschlechterverhältnis ähnlich: Im Bereich Technik arbeiten zu etwa 90 Prozent Männer. Im Bereich Pflege sind hingegen 90 Prozent Frauen angestellt. Lediglich bei den Ärzten ist der Anteil an Frauen und Männern in etwa ausgeglichen. Mit einem Anteil von 55 Prozent haben aber auch hier die Männer die Nase vorn. (sba)