MÄDCHENTAG: Sexismus statt Schminke

Das Vorarlberger Pendant des St. Galler Mädchentags setzt auf politische Diskussionen und Aufklärung.

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Wie im Logo des kantonalen Mädchentags St. Gallen taucht die Farbe Pink auch im Schriftzug des Vorarlberger Pendants auf. Das Programm der «Mädchen-Impulstage», die bis und mit heute in Bregenz stattfinden, unterscheidet sich allerdings deutlich von der Veranstaltung morgen in Rapperswil (Ausgabe vom 16. Mai). «Let’s talk about sexism» lautet das Motto des Programms ennet des Rheins. «Safer Internet», «Man for a day» und «Hacktivistinnen Workshop» sind Titel aus dem Programm – das Verdrehen von Rollenklischees sowie der Umgang mit den sozialen Medien.

«Drei Tage lang werden gemeinsam mit den Besucherinnen Strategien entwickelt, Sexismus zu erkennen und sich dagegen zu wehren», sagt Karin Fitz vom Verein Amazone. Dieser betreibt in Bregenz ein Jugendhaus für Mädchen von 10 bis 18 Jahren und organisiert jährlich die Impulstage im Auftrag des Referats für Frauen und Gleichstellung der Vorarlberger Landesregierung – dieses Jahr zum 16. Mal.

Die Schwerpunkte wechseln: Sie kommen aus den Bereichen Gesundheit, Medien, Arbeit, Ausbildung, Sexualität, Kultur und Politik. Dieses Jahr gehe es um Sexismus, weil er Mädchen und Frauen täglich begleite, sagt Fitz. Ziel sei es, den Mädchen Handlungsstrategien mit auf den Weg zu geben, um sich gegen Alltagssexismus zur Wehr setzen zu können. Das Thema stösst auf Zuspruch: 163 Mädchen aus ganz Vorarlberg seien allein am Eröffnungstag gekommen, sagt Fitz. «Insgesamt erwarten wir bis zu 500 Mädchen, die Workshops und Stationen im und um das Mädchenzentrum besuchen.»

Vorträge von erfolgreichen Frauen

Während heute Nachmittag in Bregenz die Impulstage enden, findet morgen in Rapperswil der Kantonale Mädchentag St. Gallen statt. Drei erfolgreiche Frauen – eine Moderatorin, eine Politikerin und eine Informatikerin – erzählen von ihrem Werdegang. Anschliessend besuchen die Teilnehmerinnen Workshops. Neben einem Selbstverteidigungskurs und einer offenen Fragenrunde stehen Sport, Kreativangebote und Schmink-, Frisier- und Manikürekurse auf dem Programm. Die Veranstalterinnen begründen dies damit, dass Schminkkurse bei den Teilnehmerinnen in den vergangenen Jahren sehr gut angekommen seien. Ziel des Tages sei es, die Mädchen Verschiedenes ausprobieren zu lassen, «auch ausserhalb der alten Rollenbilder», sagt Vorstandsmitglied Serafine Amstutz.

Mit ähnlichen Worten beschreibt Karin Fitz den Auftrag des Vereins Amazone. So sei die Werkstatt ein zentraler Raum im Mädchenzentrum, in dem Handwerkerinnen gemeinsam mit den Mädchen das ganze Jahr über sägen, löten und hämmern.

Katharina Brenner

katharina.brenner@tagblatt.ch