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Luzerner Fan entschuldigt sich für Juden-Aktion

Der als Jude verkleidete Anhänger des FC Luzern hat sich per Brief entschuldigt, wie gestern die Radiosendung «Echo der Zeit» publik machte. Auf einem in verschiedenen Medien publizierten Foto war der Mann in der Aufmachung eines orthodoxen Juden vor FCL-Anhängern zu sehen gewesen (Ausgabe von gestern).
Das Skandalbild: Ein als Jude verkleideter Mann mit St.Galler Schal vor dem Pulk der Luzerner Fans. (Bild: fan-fotos.ch)

Das Skandalbild: Ein als Jude verkleideter Mann mit St.Galler Schal vor dem Pulk der Luzerner Fans. (Bild: fan-fotos.ch)

Der als Jude verkleidete Anhänger des FC Luzern hat sich per Brief entschuldigt, wie gestern die Radiosendung «Echo der Zeit» publik machte. Auf einem in verschiedenen Medien publizierten Foto war der Mann in der Aufmachung eines orthodoxen Juden vor FCL-Anhängern zu sehen gewesen (Ausgabe von gestern).

Radio SRF liegt angeblich ein anonymer Brief vor, der sich an den Israelitischen Gemeindebund richtet. «Ja, man wollte sich über den Gegner St. Gallen lustig machen, aber nicht über die Juden», heisst es darin. Der Brief soll vom verkleideten FCL-Fan stammen. Dieser entschuldigt sich für die Aktion – sie sei keine gute Idee gewesen. Er schreibt aber auch, dass die Empörung seiner Meinung nach aufgebauscht sei.

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, sagte gegenüber «Echo der Zeit»: «Aus unserer Sicht ist das eine inakzeptable Aktion, weil ein als Jude verkleideter Fan dazu gebraucht wird, den Gegner zu diffamieren.» Der anonyme Brief wurde vom Israelitischen Gemeindebund zur Kenntnis genommen. «Dieser Brief zeigt, wie viel Unwissen noch da ist. Er zeigt auch, dass vieles noch nicht verstanden wurde und wie viel Aufklärungsarbeit noch nötig wäre», sagt Kreutner.

Botschaft ist entscheidend

Die St. Galler Staatsanwaltschaft will zuerst die Videobilder des Luzerner Fanmarsches auswerten, bevor sie aktiv wird. Thomas Hansjakob, Erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen, kennt bisher nur das am 15. Februar vor dem Match zwischen St. Gallen und Luzern aufgenommene Foto, das einen als Juden kostümierten Fan vor einer Gruppe von Anhängern des FC Luzern zeigt.

Auf dem Bild sei nicht zu sehen, ob die verkleidete Person von den Fans vor sich hergetrieben werde, erklärte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Auf den ersten Blick wirke sie eher wie ein Anführer.

Offenbar bezeichneten die Luzerner Fans die St. Galler Anhänger als Juden, hat Thomas Hansjakob in den vergangenen Tagen herausgefunden. «Aber was ist die Botschaft?», frage er sich. Wenn jemand als Jude bezeichnet werde, sei dies nicht ehrverletzend, stellte der Staatsanwalt fest.

Entscheidend sei, ob die als Jude verkleidete Person vor den Fans hergetrieben worden sei und ob sie dabei erniedrigt wurde. Dann habe der Vorfall eine andere Qualität, betonte Hansjakob.

Auswertung dauert drei Wochen

Aber auch dann gehe es um die Aussage: «Sollten damit die St. Galler oder die Juden lächerlich gemacht werden? Wurde ein Jude wie von den Nazis durch die Strasse getrieben und ist die Judenverfolgung verharmlost worden?» Bisher gebe es dazu keine Antworten.

Die Polizei werde nun die Videobilder auswerten. Diesen Schritt warte die Staatsanwaltschaft ab. Wegen der vier bis fünf eingesetzten Kameras handle es sich dabei um Aufnahmen von mehreren Stunden. Die Auswertung dauere rund drei Wochen. Man müsste die Beteiligten auch identifizieren können, so Thomas Hansjakob. Wie man aber auf dem Bild sehe, seien die FCL-Anhänger vermummt. (jar/sda)

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