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Luxburg: Der gekränkte Graf

Egnach Graf Friedrich von Luxburg aus Venezuela ist mit seiner Klage endgültig gescheitert. Das Bundesgericht weist seine Beschwerde gegen die «Thurgauer Zeitung» beziehungsweise die St. Galler Tagblatt AG ab, wie es im gestern veröffentlichten Urteil heisst. Graf von Luxburg klagte, weil in der Berichterstattung aus dem Jahr 2015 über seine Absichten, das Schloss Luxburg in Egnach zu kaufen, seine Persönlichkeitsrechte verletzt worden seien.

Friedrich Ulrich Maximilian Johann Graf von Luxburg, nach eigenen Angaben Sondergesandter des Staates Venezuela, behauptet von sich, ein Nachkomme jener Familie von Luxburg zu sein, der das Schloss von 1761 bis 1783 gehörte. Nachdem bekannt wurde, dass er es kaufen will, ­kamen aber Fragen zu seiner Person auf. «Ist der Graf ein echter Graf?», titelte die «Thurgauer Zeitung» in einem Artikel am 12. März 2015. Darin äusserte ein anderer Graf von Luxburg, von dem gesichert ist, ein Nachkomme der einstigen Schlossbesitzer zu sein, seine Bedenken über die Herkunft des Mannes aus Venezuela. Sein Namensvetter träume wahrscheinlich davon, «den ­Familiennamen, den er wohl auf rechtlich fragwürdige Weise ­erworben hat, mit dem Namen eines Schlosses zu schmücken», liess sich der Ur-ur-ur-ur-Enkel des einstigen Besitzers des Schlosses zitieren.

Urteile der Vorinstanzen gestützt

Die Klage des Grafen aus Venezuela bezog sich auf die Artikelüberschrift «Ist der Graf ein echter Graf?». Der Kläger führte ins Feld, dass damit der Leser zur Schlussfolgerung gelange, er sei ein Hochstapler. Das Bundes­gericht hält nun in seinem Urteil aber fest, dass ein Nachkomme der namensgebenden einstigen Schlossbesitzer – und nicht die Journalistin des Artikels – bezweifle, dass der Kläger aus Venezuela besagter Familie Graf von Luxburg abstamme.

«Diese Frage mag den Kläger persönlich treffen, aber damit wird er in seinem Ansehen nicht in rechtlich relevanter Weise ­herabgesetzt; eine Persönlichkeitsverletzung ist nicht auszumachen», halten die Bundesrichter fest und stützen die Urteile der Vorinstanzen.

Im Besitz der Stiftung von Bruno Stefanini

Das Schloss am Bodensee wurde um 1400 erbaut, später erneuert. Ein Verkauf an den Grafen von Luxburg aus Venezuela erfolgte bis heute nicht. Die Liegenschaft gehört seit Jahrzehnten dem Winterthurer Immobilienunternehmer Bruno Stefanini respektive der von ihm gegründeten Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte. Daran hat sich nichts geändert, sagt Stephan Tobler, Gemeindepräsident von Egnach. Die Gemeinde unterbreitete der Stiftung einst auch ein Kaufangebot. Das sei etwas provokativ gewesen, sagt Tobler. Denn es wäre wünschenswert, das Schloss einer Stiftung zu übergeben, die es der Öffentlichkeit zugänglich macht, dem Schloss wieder Leben einhaucht. Gerüchten zufolge befinden sich im historisch wertvollen Baudenkmal, das seit Jahren vor sich hinlottert, diverse Kunstschätze. (sme)

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