Glosse
Lukas Reimanns Gruss an Greta

Der St.Galler SVP-Nationalrat trägt neuerdings Bart. Was will er damit sagen?

Andri Rostetter
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Revoluzzer tragen Bart. Der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann trägt neuerdings auch einen, wie auf Facebook zu sehen ist. Sein Gesichtsfell erinnert aber eher an einen lappländischen Rentierzüchter denn an Karl Marx oder Che Guevara. Vielleicht ist das Absicht, vielleicht ist Reimann auch erst in der Anprobephase. So eine Rundumbehaarung muss schliesslich sitzen.

Ein Bart ist aber nicht nur ein kleiner modischer Ausbruch aus dem eigenen bartlosen Vorleben, sondern auch ein Statement. Und wirft damit Fragen auf. Will uns der Träger etwas mitteilen? Schliesslich trägt kein Mann seine Haare lang, weil es bequem ist. Ist es nämlich nicht. Ein Bart will gepflegt werden. Und das dauert mitunter länger als eine Rasur mit Edelstahlmesser und Dachshaarpinsel.

Studien zufolge wirken bärtige Männer in der Regel älter, gefährlicher und angesehener. Ist es das, was Reimann will? Älter wirken? Oder gefährlicher? So wie weiland Parteifreund Stefan Kölliker, der mit Stachelbart plötzlich neues Selbstbewusstsein in der St. Galler Pfalz zelebrierte? Schwer vorstellbar. Mit 37 ist Reimann auch im Bundeshaus kein Jungspund mehr. Und seine vollendeten Manieren wird der freundliche Wiler auch mit Pelz nicht verlieren.

Der flauschige Biobart sieht sowieso eher nach einem Gruss an Greta aus: Ich isoliere mein Gesicht nicht mit synthetischer Funktionswäsche, sondern mit natürlichem Eigenhaar. In der generell glattrasierten SVP-Fraktion ist das schon fast wieder revolutionär.