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Luftrettung trotz Hudelwetter: Rega will Kantonsspital St.Gallen bald auch bei schlechter Sicht anfliegen

Die Rega treibt ihre Pläne für Rettungsflüge bei schlechter Sicht weiter voran. Hohe Priorität hat das Kantonsspital St.Gallen. Die technischen Hürden sind gemeistert, nun geht es um die Zulassung der Behörden.
Adrian Vögele
Die Rega-Helikopter sollen das Kantonsspital St.Gallen in Zukunft auch bei sehr schlechter Sicht anfliegen können – per Satellitennavigation. (Bild: Urs Jaudas)

Die Rega-Helikopter sollen das Kantonsspital St.Gallen in Zukunft auch bei sehr schlechter Sicht anfliegen können – per Satellitennavigation. (Bild: Urs Jaudas)

Je schlechter das Wetter und je niedriger die Wolkendecke, desto tiefer fliegt der Rega-Helikopter: Wer in der Nähe von Zentrumsspitälern wohnt, etwa in St.Gallen, kennt das Phänomen. Der Grund: Die Piloten fliegen auf Sicht. Wird die Nebelsuppe über der Stadt zu dick, kann der Helikopter nicht mehr hier landen.

Das soll sich ändern. Seit Jahren arbeitet die Rega mit der Luftwaffe und der Flugsicherheitsbehörde Skyguide an einem ehrgeizigen Projekt, um auch bei sehr schlechter Sicht Helikopterflüge durchführen zu können. Die Rega will so noch mehr Menschen in Not retten. Neue, fixe Flugrouten und Anflugverfahren für Spitäler, Flugplätze und Rega-Basen sind in Vorbereitung. Dieses Netz aus Instrumentenflugrouten verbindet verschiedene Regionen der Schweiz: Die Helikopter folgen den Routen per Autopilot mittels Satellitennavigation, die Crews sind damit nicht mehr auf gute Sicht angewiesen. Erste Strecken dieses Low Flight Network (LFN) sind in Betrieb und werden von der Rega im Einsatz genutzt, zum Beispiel jene über den Gotthard.

Geplant sind solche Routen auch in der Ostschweiz, etwa entlang des St. Galler Rheintals oder zwischen den Kantonsspitälern St. Gallen, Frauenfeld und Schaffhausen. Auch die Rega-Basis Gossau soll an dieses Netzwerk angeschlossen werden.

Nur wenig Installationen nötig

Als einziges Spital der Schweiz hat bisher das Inselspital Bern ein Instrumenten-Anflugverfahren. Nun sollen weitere Spitäler und Kliniken folgen: Für das Universitätsspital Zürich, das Luzerner Kantonsspital, das Kantonsspital Winterthur und das Paraplegikerzentrum Nottwil hat die Rega beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Unterlagen für die Zulassung eingereicht.

Dasselbe ist auch für das Kantonsspital St.Gallen geplant. «Es hat für uns hohe Priorität, weil es zu den wichtigen Zentrumsspitälern gehört», sagt Rega-Mediensprecher Adrian Schindler. Bereits ist auf dem Dach des Kantonsspitals eine Wetterstation installiert: Sie liefert Daten, die für die Schlechtwetterflüge benötigt werden. Weitere technische Installationen vor Ort sind nicht notwendig, da die Anflugverfahren auf Satellitennavigation basieren. «Die technischen Hürden für die Instrumentenanflüge auf Spitallandeplätze haben wir gemeistert», sagt Schindler. Der nächste grosse Schritt sei die Bewilligung der neuen Verfahren. «Weil es sich um Pionierprojekte handelt, ist dieser Prozess aufwendig. Wir hoffen jedoch auf eine baldige Zulassung durch die Behörden», sagt Schindler.

Auch Armeehelikopter sollen die Routen nutzen

Wie es in St. Gallen weitergeht, hängt nun vom Entscheid des Bazl über die beantragten Anflüge in Zürich, Luzern, Winterthur und Nottwil ab. Wie lange die entsprechenden Abklärungen beim Bundesamt dauern, ist derzeit offen. Die Rega hofft aber, dass die Standards, die in diesen vier Fällen zugelassen werden sollen, dann auch für die Anflüge auf andere Spitäler – beispielsweise St. Gallen - angewendet werden könnten.

Während Instrumentenflüge mit Flugzeugen schon längst Alltag sind, sind sie in der Welt der Helikopter bislang noch wenig verbreitet. Am Aufbau des Low Flight Network in der Schweiz ist darum auch die Luftwaffe beteiligt. Die Instrumentenflugrouten könnten in Zukunft beispielsweise für Katastrophenschutz-Einsätze der Armeehelikopter genutzt werden.

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