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LUFTFAHRT: Millionenschwer und unauffällig

Auf dem Flugplatz Altenrhein herrscht wegen des WEF einmal mehr Ausnahmezustand. Gestern trafen etwa Businessjets aus den USA, Südamerika und Russland ein. Die Passagiere mögen es diskret.
Adrian Vögele
Hochbetrieb in der WEF-Woche: In Altenrhein landen die Geschäftsflugzeuge teils im Abstand weniger Minuten. (Bild: Urs Bucher)

Hochbetrieb in der WEF-Woche: In Altenrhein landen die Geschäftsflugzeuge teils im Abstand weniger Minuten. (Bild: Urs Bucher)

Adrian Vögele

adrian.voegele

@tagblatt.ch

Vor dem Terminal in Altenrhein stehen die «Davoser Schlitten» bereit: Luxuriöse Limousinen für die Weiterfahrt ins Bündnerland. Drinnen beim Check-in-Schalter diskutieren ein Flugkapitän und ein Passagier in Portugiesisch. Draussen auf dem Vorfeld schiebt ein Pilot einen Gepäckwagen durch den Nieselregen – unter den Koffern ist ein teuer aussehendes Exemplar im Louis-Vuitton-Muster. Auf der Piste landen derweil die Businessjets im Zehnminutentakt. So geht es in Altenrhein nur einmal pro Jahr zu und her – während des Weltwirtschaftsforums. «Wir erwarten diese Woche etwa 300 zusätz­liche Flugbewegungen wegen des WEF», sagt Thomas Mary, Pressesprecher der People’s Air Group, die den Flugplatz betreibt. Die Parkräume für die Geschäftsflieger begannen sich gestern Nachmittag bereits zu füllen. Für etwa 45 Maschinen ist in Altenrhein Platz. Nicht wenige Businessjets landen deshalb nur kurz, um ihre Passagiere abzusetzen, und starten dann wieder. Sie werden auf anderen Flughäfen parkiert oder anderweitig eingesetzt.

«Hauptsache kein Schnee und kein Nebel»

Langstreckenflüge nach Altenrhein sind während der WEF-Woche nichts Aussergewöhnliches: Gestern landeten unter anderem Maschinen aus den USA und Brasilien. Überhaupt sind viele grosse Businessjets zu sehen, deren Dimensionen mit kleinen Verkehrsflugzeugen vergleichbar sind – dieser Trend zeigt sich in Altenrhein schon seit einigen Jahren. «Das hat damit zu tun, dass die Fluggäste von immer weiter her kommen und immer grössere Strecken zurücklegen», sagt Flugplatzleiter Michael Felder. Die Reichweite kleiner Businessjets ist für Transkontinentalflüge zu gering.

Anders als während der WEF-Woche im vergangenen Jahr hat das Flugplatzpersonal momentan nicht mit Schnee zu kämpfen. Das spart eine Menge Arbeit und Zeit. Das Enteisen der Flugzeuge spült zwar zusätzliches Geld in die Kasse – mehrere tausend Franken pro Maschine. Allerdings bringt der Schnee noch weiteren Zusatzaufwand mit sich, etwa müssen Piste und Rollweg geräumt werden, auch besteht die Gefahr von Verspätungen. Für Michael Felder ist deshalb klar: «Hauptsache kein Schnee – und kein Nebel». Bei dichtem Nebel müsste der Flugplatz schliessen, der ganze WEF-Verkehr würde umgeleitet.

Jets in Firmenfarben sind selten

Die Geschäftsfliegerei ist eine diskrete Branche. Den meisten der millionenteuren Flugzeuge ist nicht anzusehen, in wessen Auftrag sie unterwegs sind. Sie tragen die neutralen Farben grosser Leasingfirmen, die die Businessjets je nach Bedarf an Kunden vermieten. Eine Ausnahme ist der deutsche Medienkonzern Bertelsmann: Seine Dassault Falcon mit dem Kennzeichen «D-BERT» war gestern in Altenrhein zu sehen. Ob diese Woche besonders prominente WEF-Gäste auf dem Flugplatz ankommen, ist noch offen. In den vergangenen Jahren landeten beispielsweise Schauspieler Leonardo DiCaprio und Sängerin Shakira in Altenrhein, ebenso eine Regierungs­delegation aus Estland und Vertreter der EU-Kommission aus Brüssel. Ansonsten sind die Passagiere der WEF-Flugzeuge in der Regel hochrangige Wirtschaftsvertreter. Der CEO des Ölkonzerns Shell beispielsweise reiste auch schon über Altenrhein nach Davos. Klar ist aber: Wer mit grosser Entourage unterwegs ist und ein Sicherheitsdispositiv braucht, landet nicht hier, sondern in Zürich.

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