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LUFTFAHRT: Bodensee-Luftschiff im Einsatz

In der Ostschweiz kennt man den Zeppelin NT. Nicht so in Zürich. Dort erprobten ihn eidgenössische Forscher erstmals als fliegende Plattform für wissenschaftliche Einsätze.
Jürgen Schelling
Die grossen Fenster des Zeppelins bieten einen spektakulären Blick auf Zürich. (Bild: Jürgen Schelling)

Die grossen Fenster des Zeppelins bieten einen spektakulären Blick auf Zürich. (Bild: Jürgen Schelling)

Jürgen Schelling

ostschweiz@tagblatt.ch

Der Zeppelin NT aus Friedrichshafen war erstmals für vier Tage in Dübendorf stationiert. Bis vergangenen Donnerstag flog er dort im Auftrag der Zürcher Swiss Skylab Foundation. Diese fördert die wissenschaftliche und technologische Nutzung von Flugplattformen in der Schweiz. Über Dübendorf und Zürich wurden wissenschaftliche Einsätze des Zeppelin NT in den Bereichen Fernerkundung bei Schadstoffmessungen, Umweltüberwachung sowie der Telemedizin und der Sicherheit bei Grossveranstaltungen erprobt.

Beteiligt an den Flügen waren die ETH Zürich, die Universitäten Basel und Zürich, die ZHAW, aber auch die Stadtpolizei und die Empa. Der Initiator der Aktion, Oliver Ullrich, Professor für Gravitationsbiologie an der Uni Zürich und gleichzeitig Chairman der Swiss Skylab Foundation, sagt, die viertägigen Forschungseinsätze seien ein Test dafür, ob und wie der Zeppelin in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen verwendet werden kann. Ein mögliches Einsatzgebiet ist die Landwirtschaft. Der Zeppelin könnte genutzt werden, um etwa den Erntegrad von Nutzpflanzen exakter beurteilen zu können.

Fliegt bis zu zwölf Stunden am Stück

Anders als ein Helikopter, schwebt der Bodensee-Zeppelin äusserst vibrationsarm. Zudem ist in der Kabine jede Menge Platz für die Wissenschafter und ihre Ausrüstung. Mit der grösste Vorteil des Zeppelin NT ist aber, dass er bis zu zwölf Stunden nonstop fliegen kann. Er muss also nicht, wie ein Helikopter, alle zwei bis drei Stunden eine Tankpause einlegen. Dennoch kann er, genau wie die Helikopter, in der Luft stehen bleiben, was bei manchen Messungen zwingend notwendig ist. In Deutschland wird der Zeppelin NT deshalb immer wieder für wissenschaftliche Forschungseinsätze genutzt. In der Schweiz ist das ein Novum.

Für die Piloten sind diese Flüge etwas Besonderes. Im normalen Passagierbetrieb sind sie vor allem auf festgelegten Routen rings um den Bodensee und nahe der Alpen unterwegs. Bei den Forschungsflügen heisst es aber, spontan zu reagieren, statt eine vorgegebene Strecke nachzufliegen und daher ständig Kurs oder Höhe zu ändern.

Reger Betrieb am Himmel über Zürich

Normalerweise wird im Zeppelin nur ein Flugkapitän zum Steuern benötigt. Da Forschungsmissionen aber bis zu zehn Stunden dauern können, wechseln sich bei derartigen Flügen zwei Piloten an Bord ab. Die Motorgondeln sind so weit schwenkbar, dass der normalerweise etwa 70 Kilometer pro Stunde schnelle Zeppelin wie ein Helikopter oder Senkrechtstarter stehen bleiben oder notfalls sogar rückwärts fliegen kann. Dazu ist aber umfangreiche Flugerfahrung notwendig. Für die Zeppelinpiloten bedeutete das Fliegen über der Region Zürich vor allem, sich noch genauer als sonst mit der Navigation und den unterschiedlichen Lufträumen zu beschäf­tigen. Anders als über den Flug­häfen Friedrichshafen oder Altenrhein, gibt es in Kloten ständigen An- oder Abflugverkehr. Deshalb musste dort besonders präzise navigiert werden. Ausserdem mussten die Piloten, wie im Sichtflug üblich, immer nach anderen Flugzeugen oder Helikoptern Ausschau halten.

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