Kolumne

Lü: Wo der Knoblauch nicht mehr stinkt

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Der St. Galler Stadtrat hat im Auftrag des Parlaments Zu- und Wegzüger nach den Gründen für ihren Wohnortwechsel gefragt. Dabei haben 77 Prozent der weggezogenen Personen St. Gallen rückblickend als idealen Wohnort bezeichnet. 75 Prozent können sich angeblich vorstellen, später wieder einmal nach St. Gallen zurückzukehren. Das ist doch tröstlich. Eine klare Mehrheit der Abwanderer zieht es zurück in die Stadt ihrer Träume – wenn sie alt und krank sind.

Am kommenden Mittwoch findet in Kriessern die Abendmesse um 19 Uhr nicht statt. Sie wird stattdessen gleichentags auf neun Uhr am Vormittag verschoben. Angeblich sind die Coronaviren Spätaufsteher.

Ein gefühlter Appenzeller schlägt Fusion vor

Künftig sollen alle Arboner Bauherren mit dem Baugesuch ein Konzept für die Gestaltung der Umgebung einreichen müssen. Damit will der Stadtrat verhindern, dass statt artenreicher Wildblumenwiesen triste Schottergärten entstehen. «Wenn jemand rund ums Haus nur Steine aufschütten will, werden wir das nicht akzeptieren», stellt Stadtrat Feuerle in Aussicht. Dass so auch weniger Steine vorhanden sind, die gegen das Rathaus geworfen werden können, ist ein willkommener Nebeneffekt.

Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden sollen sich wieder zusammenschliessen. Das schlägt der gebürtige Hundwiler Walter Knöpfel vor. Er sei ein «lebenslang gefühlter Appenzeller», Rentner und parteilos, sagt der in Oberbüren Wohnhafte über sich. Was sagen die Appenzeller über ihn? «Auf so eine Idee kann nur ein gefühlter Appenzeller kommen.»

Geldregen per Helikopter

Peter Bauert aus Grabs setzt auf schwarzen Knoblauch. Das ist keine eigene Sorte, sondern fermentierter weisser Knoblauch. Aber: Die Zehen sind nach dem Prozess nicht mehr scharf und verströmen ihren charakteristischen Duft nur noch sehr dezent. Zudem soll der Genuss von schwarzem Knoblauch keinen Mundgeruch und keine anderen Ausdünstungen hinterlassen. Derzeit wird diskutiert, ob die CVP nach dem Namenswechsel zu «Mitte» den schwarzen Knoblauch zu ihrem Signet machen soll.

Geht es nach einem Initiativkomitee aus Widnau, erhält jeder Schweizer Bürger irgendwann einmal 7500 Franken bar auf die Hand. Herausrücken soll das Geld die Nationalbank, die ja eh genug davon hat. Mit Blick auf die Art der Geldverteilung nennt sich die Übung «Helikopter-Initiative». Darin steckt aber wohl auch eine Anlehnung an das «Management by Helikopter»: absitzen, Staub aufwirbeln, verschwinden.