Kolumne

Lü: Heisse Farben, tolle Hechte

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger

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Coralie Wenger

Die aktuelle Hitzewelle hat auch ihre Schattenseiten. So hat die Thurgauer Fachstelle für Trockenheit die Waldbrandgefahr auf Stufe drei von fünf erhöht. Verschärft wird die Situation noch durch die Tatsache, dass auch die Wassertemperaturen stetig steigen. Das erschwert das Löschen von Bränden erheblich.

Die Sanierung des Kunstmuseums hatte der St. Galler Stadtrat bereits vor ein paar Wochen auf 2025 verschoben. Jetzt hat es auch das Volksbad erwischt. Obwohl es schon seit Jahren vor sich hin bröckelt, muss das älteste noch existierende Hallenbad der Schweiz weitere Jahre auf seine Instandstellung warten. Der Einfachheit halber gilt für alle öffentlichen Projekte in St. Gallen ab sofort: Alles, was der Stadtrat nicht explizit anders ankündigt, gilt als verschoben. Inklusive Meisterfeier für den FCSG.

Die Gossauer SP will im Stadtparlament zu den vier bisherigen einen Sitz hinzugewinnen. Parallel zu dieser Ansage kritisieren die Genossinnen und Genossen den Frauenanteil auf den Parlamentslisten von CVP und SVP. Auf eine Kandidatur für den Schulrat verzichtet die SP. Dort spielt der Frauenanteil eben keine Rolle.

Das kantonale Laboratorium Thurgau hat herausgefunden: Drei Viertel der in der Schweiz zum Tätowieren verwendeten Farben wären eigentlich nicht zulässig. Krebserregende Stoffe seien zwar nicht gefunden worden, gewisse Zusatzstoffe könnten aber zumindest allergische Reaktionen hervorrufen. Da Tattoos ja lebenslang halten, stellt sich die Frage: Wie gefährdet sind dereinst Krematorien?

Studierende der Schule für Gestaltung St. Gallen haben das Schwarzenbacher Schulhaus Hofacker bemalt. Unter anderem mit dem Slogan «Befreit Normalbürger*innen». Wenige Tage nach Entdeckung der Provokation war der Spruch übermalt. Man hätte ihn durchaus stehen lassen können, mit geändertem Wortlaut: «Befreit Studierende von der Überzeugung, sie seien keine Normalbürger.» Wird nach Tausenden anderer Anlässe jetzt auch noch das Urnäscher Silvesterklausen abgesagt? Die Mitglieder Schuppel sind fast durchwegs gleicher Meinung: Kommt nicht in Frage. Wo das ganze Jahr über Kläuse unterwegs sind, gibt es keinen Grund, ihnen am alten Silvester den Ausgang zu verbieten.

Am Mittwoch diskutieren die St. Galler SVP-Nationalräte Mike Egger und Esther Friedli via Internet über die Begrenzungsinitiative. Moderiert wird der digitale Stammtisch durch SVP-Kantonsrat Ivan Louis. Es wird eine heftige Auseinandersetzung erwartet.

Bundesanwalt Michael Lauber hat seinen Rücktritt eingereicht. Der nächste könnte der Salmsacher Gemeindepräsident Martin Haas sein. Geht er nicht, wollen drei von vier Gemeinderäten den Hut nehmen. Der Streit ist offensichtlich nicht mehr zu schlichten. Dass es einmal dazu kommen würde, ist bereits im Gemeindewappen vorgezeichnet. Es zeigt zwei schöne Bischofsstäbe. Sie sind voneinander abgewendet.

In der St. Galler Badi Dreilinden wurde eine Frau gebissen. Beweisen lässt es sich schwerlich, aber die Betroffene wie der Fischereiaufseher nehmen an, dass es sich beim Täter um einen Hecht handelte. Gestützt wird diese Vermutung durch die Tatsache, dass die Schwimmerin statt in der Frauenbadi im Mannenweiher unterwegs war.

Es ist immer wieder dasselbe: Ein paar Tage heiss, ein rechtes Gewitter und dann muss die Feuerwehr ausrücken, um Keller leer zu pumpen und Hagelschäden zu beheben. Ist die Sommerpause vorbei, sind die Behörden gefordert: das Bauen in Gewitternähe gehört endlich verboten.

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