Kolumne

Lü: Der Gemeinderat bedauert den Abgang

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger

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(Bild: Coralie Wenger)

Das Trinkspiel «Busfahrer» gibt es schon lange. Nun haben es zwei junge Thurgauer ausgebaut und zu einem Brettspiel entwickelt. Das ist dem «Startnetzwerk Thurgau», einer Organisation zur Förderung von Jungunternehmern, einen Beitrag wert. Das Spiel könne statt mit Alkohol auch mit Sirup gespielt werden, meinen die Entwickler. Theoretisch.

Nebst allen anderen will die Tierrechtsorganisation Peta auch den Kleintiermarkt in Gähwil dauerhaft verbieten. Dies wegen der potenziellen Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern vom Tier auf den Menschen. Den Tierrechtlern ist wahrscheinlich aufgefallen, dass an Kaninchenmärkten überdurchschnittlich viele lange Ohren zu sehen sind.

Noch immer ist nicht klar, ob der letzte Kantonsratssitz im Wahlkreis Frauenfeld der SVP oder den Grünliberalen gehört. Bis zum Abschluss der Strafuntersuchung wegen Wahlbetrugs soll das Thurgauer Parlament deshalb nur aus 129 statt aus 130 Mitgliedern bestehen. Damit werden logischerweise dessen Entscheide um einen Hundertdreissigstel schlechter ausfallen. Oder um einen Hundertdreissigstel besser.

Die Grünen im Bodenseeraum sind grenzüberschreitend besorgt. An einer gemeinsamen Medienkonferenz haben sie verlangt, dass die Grenzen in der Region – unter strenger Beachtung der gesundheitlichen Aspekte – stufenweise und rasch wieder geöffnet werden. Damit ist der Partei ein Coup gelungen. Auf diese Idee ist noch niemand gekommen.

Seit Ende 2015 der langjährige Sirnacher Gemeindeschreiber in Pension ging, war seine Stelle drei Mal besetzt. Bald wird Sirnach den vierten Gemeindeschreiber in fünf Jahren präsentieren. Auch Stelleninhaberin Beatrix Kesselring hat nämlich gekündigt. Wegen unbefriedigender Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, wie es im Kündigungsschreiben heisst. Der Gemeinderat tut, was man in solchen Situationen halt so tut: Er bedauert die Kündigung. Von Rücktritten hat er nichts gesagt.

Auch im Gasthaus Seealpsee gibt man sich alle Mühe, die Vorschriften betreffend Hygiene und Distanzhalten konsequent umzusetzen. Die Speisekarte kann sogar auf dem Handy abgerufen werden. Etwas Bauchweh bereiten allerdings die Gemeinschaftsduschen für die Übernachtungsgäste. Der Wirt appelliert deshalb an die Eigenverantwortung: Unter einer Brause sollen nicht mehr als fünf Duschende zusammenstehen.

Die Stadt Arbon hatte über lange Jahre mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Das erzieht zur Sparsamkeit. 15 Jahre ist es denn auch her, seit in der Beachvolleyball-Anlage am Seeufer letztmals Sand nachgefüllt wurde. Nun ist es wieder so weit. 175 Tonnen neuer Sand sind da. Das war bitter nötig: Benützer und Wind hatten so viel abgetragen, dass die Spieler im Grundwasser standen und von kleineren Spielerinnen nur noch die Köpfe zu sehen waren.

Wegen eines Gebäudeabbruchs verloren die Mauersegler am Rorschacher Bahnhof ihre Nistplätze. Vogelfreunde haben inzwischen an der nahen Felswand Nistkästen aufgehängt. Lockrufe aus einer Beschallungsanlage sollen den seltenen Vögeln die neuen Plätze schmackhaft machen. Anscheinend mit Erfolg: zumindest ein Teil der Kästen ist belegt. Nach den Sommerferien soll nun ein Pilotversuch zeigen, ob auch potente Steuerzahler auf die Lockrufe ansprechen.

Dass sich die St. Galler SVP an den Stadtratswahlen beteiligt, gilt als sicher. Mit wem, ist noch offen. Wie der Sprung in die Stadtregierung gelingen soll, war unlängst Gegenstand einer Strategiesitzung. Gemäss dem Facebook-Eintrag von Parteipräsident Donat Kuratli fand diese in der Toggenburger Beiz von alt Nationalrat Toni Brunner statt. Seither fragen sich Politbeobachter, ob die SVP tatsächlich in den Stadtrat will.

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