«Lolita», «Petra» und «Sabine»: Stürme im Januar und Februar sorgen im Kanton St.Gallen für Gebäudeschäden von rund 6 Millionen Franken

Die drei Sturmtiefs «Lolita», «Petra» und «Sabine» haben im Januar und Februar an den Gebäuden im Kanton St.Gallen Schäden in der Höhe von insgesamt rund 6 Millionen Franken angerichtet. Insgesamt wurden 4000 Schadenmeldungen erfasst.

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Sturmtief «Sabine» fegte in Rorschach ein Dach von einem Firmengebäude.

Sturmtief «Sabine» fegte in Rorschach ein Dach von einem Firmengebäude.

Bild: Raphael Rohner

(red./nat) Mehrere Sturmtiefs fegten im neuen Jahr bereits über die Schweiz. «Sabine» richtete dabei am meisten Schäden an: Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, in Rorschach wurde ein Dach von einem Firmengebäude geblasen und im Gebiet Schwarzenbach, Niederstetten und Oberstetten fiel eine Tanne auf eine Freileitung und verursachte so einen Kurzschluss. Während des Sturmtiefs Sabine vom 10. und 11. Februar wurden insgesamt 3100 Schadenmeldungen erfasst, wie die Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen (GVA) in einem Communiqué am Freitag mitteilt. Die geschätzte Schadensumme beläuft sich auf rund 4,5 bis 5 Millionen Franken.

Anfang Februar sorgte Sturm «Petra» für 720 Schadenmeldungen mit einer geschätzten Summe von rund einer Million Franken, heisst es weiter. «Lolita» verursachte Ende Januar rund 280 Gebäudeschäden mit einer Schadensumme von total rund 400'000 Franken. Betroffen von den Ereignissen seien vor allem die Regionen St.Gallen, Gaiserwald und Gossau sowie Wil, Kirchberg, Uzwil, Oberbüren und Oberuzwil gewesen.

Schäden vor allem an Dächern und Fassaden

Vor allem Schäden an Dächern, wie beispielsweise weggewehte Ziegel oder Kaminhüte, seien häufig anzutreffen gewesen. Auch Storen, Gebäudefassaden und Fenster wurden durch herumfliegende Gegenstände beschädigt.

Das Schadensausmass der drei Stürme im Januar und Februar waren laut GVA nicht ganz so gravierend wie Sturmtief Burglind vom Januar 2018. Damals resultierte eine Schadensumme von rund 9,8 Millionen Franken. Am meisten betroffen waren die Regionen See-Gaster, Sarganserland, Werdenberg und Toggenburg.

Verhaltenstipps für vor dem Sturm

Um sich und sein Gebäude vor solchen Stürmen kurzfristig zu schützen, empfiehlt die GVA folgende Massnahmen:
– Sturmwarnungen frühzeitig wahrnehmen (z.B. via App Wetter-Alarm)
– Lose Gegenstände rund um das Gebäude (z.B. Gartenmöbel) in Sicherheit bringen
– Fenster und Türen verschliessen sowie Storen und Rollläden hochziehen

Viertes Sturmtief Ende Februar

Die Höhe der Schäden könnte womöglich noch etwas steigen. Am Donnerstag fegte nämlich ein weiteres Sturmtief über die Schweiz. Ganz so stark wie bei «Sabine» oder «Petra» waren die Sturmböen bei «Bianca» aber nicht. Die Feuerwehr musste 20 Mal im Kanton St.Gallen wegen umgestürzten Bäumen oder Ziegel, die es von Dächern geweht hat, ausrücken, wie Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf Anfrage sagt.

«Die Polizei war wegen Gegenständen auf den Strassen im Einsatz», so Häderli. Aufgrund des Sturmes landete in Wildhaus ein Baum auf der Motorhaube eines Autos. In Sax fiel ein Baum auf die Strasse, der Lenker konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr hinein.

In Sax fegte der Wind einen Baum auf die Strasse, der Autolenker konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Verletzt wurde niemand.

In Sax fegte der Wind einen Baum auf die Strasse, der Autolenker konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Verletzt wurde niemand.

Bild: Kapo SG

«Bei den Ereignissen kamen glücklicherweise keine Personen zu schaden.» Durch die bisherigen Stürme seien die Menschen nun sensibilisierter und vorsichtiger, sagt Häderli. Viele hätten deshalb am Donnerstag Waldwege gemieden.

«Es ist diesmal glimpflich verlaufen.»

Im Kanton Thurgau rückte die Feuerwehr knapp 30 Mal aus, sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Auch hier war es wegen umgestürzten Bäumen oder Gegenständen auf der Strasse, wie beispielsweise ein Toi-Toi-WC. «Verletzt wurde dabei niemand.»

Wie MeteoNews mitteilt, erreichte der Wind gegen Abend in mehreren Regionen Sturm- und stellenweise Orkanstärke. Absoluter Spitzenreiter sei dabei der Chasseral mit 172 km/h gewesen, gefolgt vom Säntis mit 167 km/h. Aber auch im Flachland wurden verbreitet Windspitzen von 90 bis 110 km/h gemessen.

In der zweiten Nachthälfte liess der Wind langsam nach. Das Sturmtief Bianca zieht nach Osten ab. Am Freitag bleibt es trocken bei Temperaturen von 5 bis 9 Grad, im Süden mit Föhn bis 14 Grad.