Löten, bohren, programmieren

ST.GALLEN. In den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen herrscht akuter Fachkräftemangel. Die Stiftung tunOstschweiz will das ändern. Eine Sonderschau an der Offa soll Kinder für diese Berufe begeistern.

Tim Naef
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Experimentieren an der Offa: Die Stiftung «tunOstschweiz» will Kinder wieder vermehrt für technische Berufe gewinnen. (Bild: Urs Bucher)

Experimentieren an der Offa: Die Stiftung «tunOstschweiz» will Kinder wieder vermehrt für technische Berufe gewinnen. (Bild: Urs Bucher)

Ein Mädchen stellt mit Stickstoff sein eigenes Glace her. Ein Bub spricht via Radiowellen mit einem Australier. Und zwei Siebenjährige programmieren ihre eigenen Lego-Roboter, die sie anschliessend gegeneinander kämpfen lassen. In der Olma-Halle 9 wird seit gestern an 18 verschiedenen Posten getüftelt, gelötet, gebohrt und geklebt. Möglich macht das die Erlebnisschau tunOstschweiz. Die Stiftung will Kindern technische und naturwissenschaftliche Berufe näherbringen.

«Ziel ist es, junge Leute möglichst früh für die sogenannten Mint-Berufe zu begeistern», sagt Alfred Lichtensteiger, Präsident von tunOstschweiz. Gemeint sind Jobs in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Grosse Nachwuchsprobleme

Laut einer Studie der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften wird es für Unternehmen immer schwieriger, Nachwuchs für die genannten Arbeitsbereiche zu finden. «Gründe dafür sind der demographische Wandel und die grosse Berufsvielfalt», sagt Lichtensteiger. Die Erlebnisschau soll ein erster Schritt hin zur Lösung des Nachwuchsproblems sein. Das Resultat solle aber keine Vorselektion der Kinder sein. Deshalb hätte man sich auch für die Offa und nicht für die OBA – die Ostschweizer Bildungs-Ausstellung – als Plattform entschieden.

«Studien haben gezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen den frühen Interessen eines Kindes und der späteren Berufswahl besteht.» An diesem Punkt will tunOstschweiz ansetzen: Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den weiblichen Besuchern der Erlebnisschau. «Wichtig für uns ist, die festgefahrenen Rollenbilder bei der Berufswahl zu durchbrechen und Mädchen für technische Berufe zu begeistern», sagt Lichtensteiger.

Breite Unterstützung

Entscheidend für das Gelingen von tunOstschweiz ist der Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung. Lokale und nationale Politgrössen sollen mithelfen diesen zu steigern. Zur Eröffnung der Erlebnisschau hielt beispielsweise FDP-Nationalrat Andrea Caroni einen Kurzvortrag. Er betonte, dass die Nachwuchsförderung in technischen Berufen ein «elementarer Faktor» für die Schweizer Wirtschaft und somit auch für den Schweizer Wohlstand darstellt.

Breite Unterstützung erhält die Stiftung von zahlreichen Ostschweizer Unternehmen. Die Posten werden von Institutionen wie beispielsweise der Pädagogischen Hochschule St. Gallen oder der Hochschule für Technik in Buchs betreut. Gleichzeitig werden Experten zu den verschiedensten Fachgebieten Vorträge halten, die speziell für Kinder ausgearbeitet wurden.

Doch tunOstschweiz ist nicht nur für die Kinder konzipiert, sondern auch für ihre zukünftigen Arbeitgeber. «Nicht zuletzt wollen wir Ostschweizer Nachwuchs für Ostschweizer Unternehmen finden», sagt Lichtensteiger.

Eröffnung Tun Ostschweiz an der OFFA St. Gallen (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eröffnung Tun Ostschweiz an der OFFA St. Gallen (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eröffnung Tun Ostschweiz an der OFFA St. Gallen (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eröffnung Tun Ostschweiz an der OFFA St. Gallen (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Experimentieren an der Offa: Die Stiftung «tunOstschweiz» will Kinder wieder vermehrt für technische Berufe gewinnen. (Bilder: Urs Bucher)

Experimentieren an der Offa: Die Stiftung «tunOstschweiz» will Kinder wieder vermehrt für technische Berufe gewinnen. (Bilder: Urs Bucher)

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