Lobby der Treuhänder setzt sich durch

vaduz. Liechtenstein bekommt ab Anfang nächsten Jahres ein neues Steuergesetz. Bei der Verabschiedung der Regierungsvorlage gestern im Parlament, dem Landtag, setzte sich die Treuhand-Lobby in der Diskussion um die umstrittene Mindestertragssteuer durch.

Drucken
Teilen

vaduz. Liechtenstein bekommt ab Anfang nächsten Jahres ein neues Steuergesetz. Bei der Verabschiedung der Regierungsvorlage gestern im Parlament, dem Landtag, setzte sich die Treuhand-Lobby in der Diskussion um die umstrittene Mindestertragssteuer durch.

Die Regierung wollte die seit Jahrzehnten geltende «Besondere Gesellschaftssteuer» für juristische Personen, vor allem Stiftungen, von 1000 auf 1800 Franken anheben.

Eine um einige hundert Franken höhere Mindestertragssteuer sei für eine Standortwahl nicht entscheidend, sagte Regierungschef Klaus Tschütscher.

FBP gegen Erhöhung

Die Fraktion der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) sah das anders und sprach sich für eine moderate Erhöhung auf 1200 Franken aus. Eine stärkere Anhebung sei für das Massengeschäft der Treuhänder nicht zumutbar, sagte ein FBP-Sprecher. Die Bürgerpartei setzte sich mit ihrem Antrag durch.

Die Totalrevision ersetzt das fast 50 Jahre alte liechtensteinische Steuerrecht. Unternehmen werden neu zum Einheitssatz von 12,5 Prozent besteuert. Sie müssen keine Kapitalsteuern mehr bezahlen, Beteiligungserträge sowie -gewinne sind ebenfalls steuerfrei.

Kapitalgewinne steuerfrei

Natürliche Personen zahlen weiter Einkommens- und Vermögenssteuern, wobei der bisherige progressive Tarif durch einen Sieben-Stufen-Tarif abgelöst wurde.

Auf die Besteuerung von Kapitalgewinnen wird verzichtet, abgeschafft wurden überdies Nachlass-, Erbanfall- und Schenkungssteuern. (sda)