LITZELSTETTEN: Flugunfall am Bodensee: Polizei stellt Suchmassnahmen vorläufig ein

Aufgrund der Witterung sind zwischenzeitlich die Suchmassnahmen nach dem in den Bodensee abgestürzten Kleinflugzeug vorläufig abgebrochen worden. Die Maschine, die am Dienstag von Zürich nach Hamburg unterwegs war, sank vor der Insel Mainau. Beide Insassen werden weiterhin vermisst.

Drucken
Teilen
Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei waren rasch an der Unfallstelle. Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete, dass Leichenteile gefunden worden seien. (Bild: Raphael Rohner/FM1Today)

Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei waren rasch an der Unfallstelle. Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete, dass Leichenteile gefunden worden seien. (Bild: Raphael Rohner/FM1Today)

Wie ein Polizeisprecher sagte, sank das Geschäftsflugzeug gegen 12 Uhr etwa 200 Meter nordöstlich der Insel Mainau. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Flugzeug mit zwei Personen besetzt. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen dürfte es sich bei dem Piloten um einen 74-jährigen Schweizer handeln, die Identität der zweiten Person an Bord ist bislang nicht geklärt.

Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete, dass Leichenteile gefunden worden seien. Feuerwehrsprecher Christopher Kutschker und ein Polizeisprecher vor Ort gingen davon aus, dass beide Insassen tot sind.

Trümmerteile gefunden

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eilten zur Absturzstelle. Ein Helikopter der Bundespolizei flog über dem Bereich, um zu sehen ob sich möglicherweise Kerosin im Bodensee ausbreitet.
Die Wasserschutzpolizei war mit einem Tauchroboter im Einsatz. Anhand von dessen Aufzeichnungen sollte entschieden werden, wie die Maschine zu bergen ist. Am Abend wurde dann bekannt, dass die Bergungsarbeiten unterbrochen wurden, wegen einer Warnung vor starkem Wind. Die Bergung sollte am Mittwoch fortgesetzt werden.

Das Flugzeug war laut Polizei gegen 11.30 Uhr vom Flughafen Zürich in Richtung Hamburg gestartet. Um 11.53 Uhr teilten Zeugen dem Führungs− und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz den Absturz mit. Am Absturzort soll der Bodensee rund 60 Meter tief sein. Die Wasserschutzpolizei hat bereits Trümmerteile an der Wasseroberfläche entdeckt.

Flugzeug-Bergung nach Absturz in Bodensee (Bild: KEYSTONE/DPA/A9999/_Lisa Kohls))
22 Bilder
Flugzeug-Bergung nach Absturz in Bodensee (Bild: KEYSTONE/DPA/A9999/_Lisa Kohls))
Flugzeug-Bergung nach Absturz in Bodensee (Bild: KEYSTONE/DPA/A9999/_Lisa Kohls))
Kleinflugzeug stürzt in Bodensee (Bild: KEYSTONE/DPA/A9999/_Lisa Kohls))
Kleinflugzeug stürzt in Bodensee (Bild: KEYSTONE/A9999/_SVEN FRIEBE;)
Kleinflugzeug stürzt in Bodensee (Bild: KEYSTONE/A9999/_LISA KOHLS)
Flugzeugabsturz vor der Insel Mainau (Bild: KEYSTONE/A4496/_FELIX KÄSTLE;)
Zwei Tote bei Flugzeugabsturz vor der Insel Mainau (Bild: KEYSTONE/A4496/_FELIX KÄSTLE;)
Kleinflugzeug stürzt in Bodensee (Bild: KEYSTONE/DPA/Kathrin Drinkuth)
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner
Bild: Raphael Rohner

Flugzeug-Bergung nach Absturz in Bodensee (Bild: KEYSTONE/DPA/A9999/_Lisa Kohls))


Moderate Turbulenzen

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde in den Flugwetterkarten vom Dienstag darauf hingewiesen, dass es − bedingt durch Fallwinde in den Alpen − moderate Turbulenzen über dem Bodensee geben kann. Damit seien zum Beispiel schnelle Windänderungen gemeint, erklärte ein DWD-Sprecher.

Am Boden habe laut Aufzeichnungen der Wetterstation Konstanz «normales, unspektakuläres Wetter» geherrscht mit schwachen Windgeschwindigkeiten und ohne Niederschlag.

Jugendliche hörten Absturz

Von einem Jugendzeltlager in Konstanz aus haben nach Polizeiangaben Kinder und Jugendliche den Sturzflug gesehen und den Aufprall gehört. Wegen der Bäume am Ufer hätten sie aber im Moment des Aufpralls keinen Sichtkontakt gehabt, so ein Polizeisprecher.

Auf der international bekannten Blumeninsel Mainau im Bodensee konnte man den Vorfall nach Angaben der Pressestelle der Inselverwaltung nicht sehen. Die Nordseite der Insel sei bewaldet und nicht für Besucher zugänglich, sagte eine Pressesprecherin.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig hat ihre Fachleute vor Ort geschickt. Nach Angaben eines Sprechers werden sie nach Möglichkeit bei Erkundungen der Absturzstelle mit dem Boot dabei sein. Sollte das Flugzeug geborgen werden, untersuchen es die Experten. Auch Wetterdaten vom Unfallort werten sie aus. (sda/lex)

Der Absturz soll sich in unmittelbarer Nähe der Insel Mainau ereignet haben. (Bild: PATRICK SEEGER (EPA) (Symbolbild))

Der Absturz soll sich in unmittelbarer Nähe der Insel Mainau ereignet haben. (Bild: PATRICK SEEGER (EPA) (Symbolbild))