Liechtenstein will Kirche und Staat trennen

VADUZ. Drei Jahre nach dem ersten Anlauf unternimmt die Liechtensteiner Regierung einen neuen Versuch zur Trennung von Kirche und Staat, wie das liechtensteinische «Volksblatt» schreibt.

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Vaduz. Drei Jahre nach dem ersten Anlauf unternimmt die Liechtensteiner Regierung einen neuen Versuch zur Trennung von Kirche und Staat, wie das liechtensteinische «Volksblatt» schreibt. Das neue Religionsgesetz, das Regierungschef Klaus Tschütscher plane, stelle eine weitere Hiobsbotschaft für erzkonservative Kreise in Liechtenstein dar.

Im Grundsatz selbst finanzieren

Die Regierungsvorlage regelt die Beziehungen des Staates zu den Glaubensgemeinschaften und die Finanzierung der religiösen Gemeinschaften. Diese sollen die Möglichkeit bekommen, sich öffentlich-rechtlich anerkennen zu lassen. Dadurch erhielten sie gewisse Rechte. Das neue Gesetz verfolgt aber den Grundsatz, dass sie sich selbst finanzieren – entweder über Spenden oder durch diejenigen Personen, welche die Dienste in Anspruch nehmen. Damit werden die Leistungspflichten der öffentlichen Hand gegenüber der katholischen Kirche abgeschafft.

Bischof und Fürst sind dafür

Gemäss Tschütscher ist geplant, dass die Religionsgemeinschaften mit dem Staat Leistungsvereinbarungen abschliessen können für die Erteilung des Religionsunterrichts oder für die Seelsorge. Im Fürstentum Liechtenstein sind rund 80 Prozent der Bevölkerung katholischen Glaubens. Die Trennung von Staat und Kirche ist in den letzten Jahren wiederholt diskutiert worden, verstärkt nach der Errichtung des Erzbistums Vaduz durch den Papst im Jahre 1997 mit dem ehemaligen Churer Bischof Wolfgang Haas an der Spitze. Wolfgang Haas befürwortet eine Trennung. Auch das Staatsoberhaupt, Fürst Hans-Adam II. (red.)