Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LEICHENFUND: «Die Haare lugten hervor»

Der 78-jährige Manfred Hunziker wollte die Sturmschäden in seinem Wald bei Zezikon im Kanton Thurgau abschätzen. Dabei entdeckte er eine in einem Teppich eingerollte Leiche.
Mario Testa
Vier Meter von der Waldstrasse entfernt hat Manfred Hunziker die in einen Teppich eingewickelte Frauenleiche entdeckt. (Bild: Mario Testa)

Vier Meter von der Waldstrasse entfernt hat Manfred Hunziker die in einen Teppich eingewickelte Frauenleiche entdeckt. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

ostschweiz

@tagblatt.ch

«Der hellgrüne Teppich lag da, vielleicht vier Meter von der Waldstrasse entfernt am Bord», sagt Manfred Hunziker und deutet mit seiner Gartenschere auf die Stelle. «Ich habe zuerst schon gedacht, da hat einer seinen Müll im Wald entsorgt. Ich bin dann näher hin, habe etwas am Teppich gezupft und da habe ich am unteren Ende Haare gesehen, die aus dem Teppich hervorlugten.» Da habe er vermutet, dass es sich um einen Menschen handeln könnte, der im Teppich eingerollt war. «Ich bin nicht erschrocken, war mir ja auch nicht sicher, ob da eine Leiche im Teppich drin ist.» Er sei dann später auf dem Polizeiposten in Tobel vorbei gegangen, um seinen Fund zu melden. «Aber der Posten war nicht besetzt. Und so habe ich dann per Telefon die Polizei verständigt», sagt der 78-Jährige. Wenig später sei eine erste Polizeipatrouille in den Wald bei Zezikon gekommen und habe beim Untersuchen des Teppichs den Leichenfund gemacht. «Wenig später kam dann auch die Spurensicherung. Ein ziemlich grosses Polizeiaufgebot stand plötzlich in meinem Wald.»

«Hätte früher entdeckt werden sollen»

Eigentlich habe er an jenem Morgen nur die Sturmschäden in seinem Wald abschätzen wollen, als er den Teppich nach einer Wegbiegung am Hang habe liegen ­sehen. «Ich war schon etwas verwundert, als die Polizei in ihrem Bericht geschrieben hat, der Teppich müsse schon seit rund einem Monat daliegen. Ich selbst bin mehrmals hier durchgelaufen seit Weihnachten, und zudem wird dieser Weg auch häufig von Spaziergängern und Reitern benützt», sagt Hunziker. «Irgend­jemand hätte den Teppich doch sicher früher entdecken müssen. Er war ja nicht von Laub bedeckt, deutlich heller als das Grün der Pflanzen – und Schnee hatte es auch keinen.» Dass der Teppich aber schon länger dort liegt, sei nicht auszuschliessen. Vielleicht war er zuerst doch mit Laub überdeckt, das erst die Stürme im ­Januar dann weggeblasen und so den Teppich freigelegt haben. Auf dem Waldboden war am Dienstag nur noch eine leichte Delle zu erkennen, wo der Teppich mit der Toten gelegen hatte.

Seit vergangenem November vermisst

Gemäss einem Bericht der «Aargauer Zeitung» könnte es sich um eine 21-jährige Frau handeln, die seit dem vergangenen November im Kanton Aargau vermisst wird. Auf Anfrage sagt Mario Christen von der Thurgauer Kantons­polizei: «Die Identifikation ist noch nicht abgeschlossen, deshalb können wir noch keine Angaben machen, ob es sich um die Vermisste aus dem Kanton Aargau handelt.» Bernhard Graser, ­Sprecher der Kantonspolizei Aargau, sagt, man sei in die Ermittlungen der Thurgauer Kollegen involviert. «Es ist deshalb naheliegend, dass es sich bei der Toten um die vermisste Aargauerin handeln dürfte», schreibt die «Aargauer Zeitung». Bei einem Leichenfund werde immer die ­Liste der Vermisstmeldungen abgeglichen, sagt Graser. Derweil kündigt Mario Christen von der Kantonspolizei Thurgau an, man werde aktiv kommunizieren, ­sobald die Identität der Toten feststehe.

Die Fragen, wo und wie die Frau gestorben ist, seien noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Kantonspolizei Thurgau und die Staatsanwaltschaft Bischofszell. Aufgrund der Spuren geht die Polizei davon aus, dass die Frau mit einem Fahrzeug ins Waldstück trans­por­tiert worden ist. Zur Unter­suchung wurde die Frau ins Institut für Rechtsmedizin St. Gallen überführt. Wie lange die rechtsmedizinischen Abklärungen ­dauern, lasse sich schwer abschätzen, sagt Christen. Die Polizei nimmt Beobachtungen und Hinweise via Telefonnummer 058 345 22 22 entgegen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.