Leichen und häusliche Gewalt

Der Fall «Hermann», häusliche Gewalt und deutlich mehr Diebstähle: Das sind die zentralen Punkte in der Jahresbilanz der Liechtensteinischen Landespolizei.

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VADUZ. «Beim Tötungsdelikt <Jürgen Herman> hatte die Polizei eine komplexe Tatortsituation zu bewältigen», sagte Polizeichef Jules Hoch an der Pressekonferenz zur Jahresbilanz der Liechtensteinischen Landespolizei. Hermann tötete im vergangenen Frühling den Liechtensteiner Bankchef Jürgen Frick mit mehreren Schüssen. Anschliessend tötete er sich selbst. Hermann wurde erst Monate später gefunden.

Fussball fordert hohen Aufwand

Als nächsten Punkt erwähnte Polizeichef Hoch den Fussball. Der FC Vaduz war wieder in die Super League aufgestiegen. «Die Spiele stellten personell und logistisch eine grosse Belastung für die Landespolizei dar», sagte Hoch. Insgesamt wurden 2700 Mannstunden für die Einsätze aufgewendet. Er betonte, dass diese Einsätze ohne Unterstützung der Polizisten aus dem Ostpol-Konkordat nicht zu bewältigen gewesen wären.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr mit 465 praktisch unverändert geblieben. Drei Menschen verloren ihr Leben. Zugenommen haben die Verkehrsunfälle aufgrund von Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss.

Die Polizei verzeichnete 1313 Straftaten. Zurückzuführen ist die Zunahme laut Andreas Schädler, Chef der Kriminalpolizei, auf vermehrte Diebstähle, die sich im Vergleich zum Vorjahr um 77 Prozent auf 221 Fälle erhöhten. Als Grund werden Einbruchserien im Frühjahr und Herbst angegeben, die von «reisenden Tätern» verübt wurden.

Zunahme von häuslicher Gewalt

Einen Anstieg verzeichneten die Einsätze der Polizei wegen häuslicher Gewalt. 30mal musste die Polizei ausrücken. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Meist waren die Männer die Täter. Nur zweimal musste die Polizei wegen einer Frau ausrücken. (G. M.)