Lehrerkonferenzen fusionieren

Die Sekundarlehrerinnen- und Sekundarlehrerkonferenz des Kantons St. Gallen strebt eine Fusion mit der Konferenz der Reallehrpersonen an. Dies hat sie an ihrer Jahresversammlung in Wil beschlossen.

Claudia Schmid
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WIL. Patrick Keller, Präsident der Sekundarlehrerinnen- und Sekundarlehrerkonferenz des Kantons St. Gallen (SLK), listet eine ganze Reihe von Gründen auf, welche für eine Fusion mit der Kantonalen Reallehrerinnen- und Reallehrerkonferenz (KRK) sprechen. Es könnten beispielsweise Synergien genutzt und Kosten gespart werden. Die Konferenz erhalte dank einer höheren Anzahl Mitglieder mehr Gewicht.

Abstimmung im nächsten Jahr

Zudem, sagt Keller, unterscheide die Pädagogische Hochschule in der Ausbildung nicht mehr zwischen Sekundar- und Reallehrpersonen, sondern bilde nur noch Oberstufenlehrpersonen aus. Bereits heute unterrichteten die Lehrerinnen und Lehrer auf beiden Stufen. Die Jahresversammlung der SLK stimmte den Fusionsbestrebungen zu. Der Fusionsvertrag wird den beiden Konferenzen 2015 zur Abstimmung vorgelegt.

Berufsauftrag und Lehrplan 21

Der SLK-Vorstand habe sich im vergangenen Jahr mit verschiedenen aktuellen Themen beschäftigt, erklärt Keller an der Jahresversammlung der Konferenz im Wiler Stadtsaal. Der Lehrplan 21 sei aus Sicht der SLK viel zu umfangreich und überlastet ausgefallen. Durch die Fülle der aufgelisteten Kompetenzen bestehe die Gefahr, dass der neue Lehrplan bald nach seiner Einführung in den Schubladen verstaube.

Am neuen Berufsauftrag sei die Entlastung um eine Klassenlektion positiv zu werten, sagt Keller weiter. Der SLK sei klar, dass angesichts der angespannten finanziellen Lage die Reduktion um eine zweite Lektion politisch nicht durchführbar sei. Störend seien jedoch die vielen «kann»-Formulierungen. Mehr Verbindlichkeit sei wünschenswert.

Hansjörg Bauer, Präsident des Kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (KLV), überbringt Grussworte. Er kritisiert ebenfalls die unverbindlichen Formulierungen im Berufsauftrag sowie die Reduktion der Klassenlehrerzulage. Die Mitglieder des KLV hätten dem Vorstand den klaren Auftrag erteilt, das Überdenken dieser beiden Punkte vehement einzufordern.

«Ausgezeichnete Arbeit»

Regierungsrat Stefan Kölliker dankt den Sekundarlehrpersonen für ihre «ausgezeichnete Arbeit». Das Bildungsdepartement sei bestrebt, ihnen möglichst gute Rahmenbedingungen zu bieten. Im politischen Alltag sei dies aber nur mit Kompromissen erreichbar. Der neue Berufsauftrag werde demnächst im Parlament in erster Lesung behandelt. Seine Einführung sei auf das Schuljahr 2015/2016 geplant.

125-Jahr-Jubiläum

Der Lehrplan 21 habe nach der Vernehmlassung schweizweit grosses Echo ausgelöst, stellt der Bildungsdirektor fest. Nach der Überarbeitung werde der Lehrplan fristgerecht Ende Jahr zuhanden der Kantone verabschiedet. Danach werde sich zeigen, ob der Kanton St. Gallen Anpassungen für nötig halte. Geplant sei, den Lehrplan auf das Schuljahr 2017/18 einzuführen.

Zudem feiert die SLK dieses Jahr ihr 125-Jahr-Jubiläum. Ein Blick in die Geschichte zeige, dass die Anliegen der Sekundarlehrpersonen von Anfang an von der Politik ernst genommen worden seien, sagt Keller.