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Auch damals donnerte eine Lawine ins Restaurant: Auf der Schwägalp rumpelte es schon 1942

Vor 77 Jahren bot sich auf der Schwägalp ein ähnliches Bild: Schneemassen donnerten zur Talstation der Schwebebahn. Seither gingen zwei Lawinen in der Nähe nieder.
Noemi Heule
1965 wurden Alphütten der Sennensiedlung Siebenhütten verschüttet, wie es in diesem «Tagblatt»-Artikel vom 1. Mai 1965 heisst. (Bild: Tagblatt-Archiv)

1965 wurden Alphütten der Sennensiedlung Siebenhütten verschüttet, wie es in diesem «Tagblatt»-Artikel vom 1. Mai 1965 heisst. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Von einem Jahrhundertereignis sprechen Experten und Betroffene, wenn sie die Lawine in Worte fassen, die am Donnerstag auf die Schwägalp niederdonnerte, wo die Schneemassen erst im Restaurant des Hotels Säntis Halt machten. Tatsächlich fand im vergangenen Jahrhundert nur ein vergleichbares Ereignis statt. Es liegt 77 Jahre zurück und weist überraschende Parallelen auf.

Am 27. Januar 1942 wurden die Bewohner der Talstation der Säntis-Schwebebahn um 3.20 Uhr «plötzlich durch eine heftige Erschütterung, die mit Rumpeln und Krachen verbunden war, unsanft aus dem Schlafe geweckt», heisst es in der damaligen Berichterstattung. Die Nachricht schaffte es am Folgetag ins Mittagblatt des «St.Galler Tagblatts». Eine kurze Meldung in der Rubrik Unfälle und Verbrechen schildert bildhaft , wie sich die Lawine vom Nordabhang des Säntis gelöst hatte, Richtung Schwägalp polterte und dort, «was noch nie vorgekommen ist», die Talstation erreichte. Die Lawine «brandete auf die Einfahrhalle der Schwebebahn auf».

Auch damals: Schneemassen im Restaurant

Über einen Lawinenniedergang beim Säntismassiv wird im «Tagblatt» vom 28. Januar 1942 berichtet. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Über einen Lawinenniedergang beim Säntismassiv wird im «Tagblatt» vom 28. Januar 1942 berichtet. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Erst sieben Jahre zuvor war die Luftseilbahn, die erste ihrer Art im Alpstein, eröffnet worden. Mit viel Pomp, geladenen Gästen aus der ganzen Schweiz und als Stolz der ganzen Region. Dieser Stolz schwingt auch mit, wenn es in der Meldung in Frakturschrift heisst: «Die sich als ausserordentlich solid erweisenden Mauern hielten dem Anprall stand.» Damit war die Katastrophe aber nicht ausgestanden, wie es «das Unglück wollte», bahnte sich die Lawine weiter ihren Weg und entlud ihre Zerstörungswut anderorts.

Auf der Bergseite der Talstation war damals ein Restaurant untergebracht. Die Lawine drückte die Wand zum Lokal ein, «grössere Schneemassen drangen dadurch in den Restaurationsraum ein, diesen halb auffüllend». Dasselbe Bild präsentierte sich gestern im Hotel Säntis, wenige hundert Meter entfernt. Die einstige Talstation der Säntisbahn wurde in den 1970er-Jahren an den heutigen Standort verlegt; das Restaurant blieb vorerst stehen. 2016, ein Jahr nach dem Bau des Hotels, wurde es abgerissen.

Wie es das Glück wollte, gingen beide Jahrhundertereignisse glimpflich aus. 1942 ist lediglich von Materialschaden am Mobiliar die Rede. Selbstverständlich sind «die Anlagen der Bahn intakt geblieben». Zweimal drangen seither Lawinen in bewohntes Gebiet vor. Ende April 1965 wurden Alphütten der Sennensiedlung Siebenhütten verschüttet, wie es im damaligen «Tagblatt» heisst. Im Dezember 1986 wurde ebenfalls eine Alphütte unter Schnee begraben. Auch diese Fälle nahmen ein glimpfliches Ende.

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