Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Grossbaustelle zwischen Rheineck und St. Margrethen: Lastwagen dürfen Teile beider Fahrstreifen beanspruchen

Die Fahrstreifen zwischen Rheineck und St.Margrethen sind wegen Sanierungsarbeiten des Autobahnabschnitts stark verengt. Vor allem Lastwagen haben kaum Platz. Die Polizei kommt ihnen entgegen.
Tim Frei
Auf der Autobahn zwischen Rheineck und St. Margrethen kann es eng werden. (Bild: Bundesamt für Strassen Astra)

Auf der Autobahn zwischen Rheineck und St. Margrethen kann es eng werden. (Bild: Bundesamt für Strassen Astra)

Der vierspurige Autobahnabschnitt auf der A1/A13 zwischen Rheineck und St.Margrethen ist ein Nadelöhr: Täglich verkehren rund 42000 Fahrzeuge auf dieser Strecke im Dreiländereck. Kommt es zu Unfällen oder Staus, hat dies Auswirkungen bis in sämtliche Rheintaler Gemeinden. Nun haben sich die Verkehrsverhältnisse verschärft. Grund ist die Sanierung des Streckenabschnitts.

Nur die Fahrbahnhälfte in Richtung St.Gallen ist derzeit in Betrieb. Diese wiederum ist in vier stark verengte Spuren – je zwei pro Fahrtrichtung – unterteilt. Konkret heisst das: Die Überholspur ist zweieinhalb Meter breit, die Normalspur drei Meter. Einen Lastwagen zu überholen, wird damit für Autofahrer zur Herkulesaufgabe. Die Baustelle und damit auch die Fahrspurbreiten entsprechen jedoch der Norm, heisst es beim Bundesamt für Strassen Astra.

Jetzt zeigt sich: Grosse Fahrzeuge wie Lastwagen werden gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bevorzugt behandelt. Sie dürfen während der Bauarbeiten Teile beider Fahrstreifen benutzen – im Gegensatz zu den anderen Verkehrsteilnehmern. Bei speziellen Bedingungen auf Autobahnbaustellen ist das laut der Kantonspolizei St. Gallen möglich. «Wir tolerieren das, weil damit die Verkehrssicherheit erhöht wird», sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi.

Hinweistafeln für offenen Reissverschluss

Viele Autofahrer sind jedoch verärgert über Lastwagenfahrer, die beide Fahrstreifen beanspruchen. Und jetzt soll genau diese Fahrweise den Verkehr sicherer machen? «Der Hintergrund ist die Methode des offenen Reissverschlusses», erklärt Krüsi. Dabei fahren die Fahrzeuge versetzt auf zwei Fahrspuren. «So hat jeder Fahrer genug Platz und fühlt sich nicht eingeengt.» Um die Auto- und Lastwagenfahrer auf diese Fahrweise aufmerksam zu machen, hat die Kantonspolizei Hinweistafeln angebracht. Mit der Aufschrift: «Im offenen Reissverschluss sicherer».

Dass es dazu kam, liegt an Michael Egger, Geschäftsleitungsmitglied des Transportunternehmens Emil Egger. Vor rund drei Wochen unterrichtete Egger die Kantonspolizei über die engen Verhältnisse. Er fragte, ob man die Lage nicht wieder wie 2017 angehen könnte. Damals, als die gleiche Strecke in die andere Fahrtrichtung saniert wurde, hatte die Kantonspolizei bereits nach einem Tipp von Egger Hinweistafeln aufgestellt.

Die Aktion scheint sich auszuzahlen: Seit dem Start der Sanierungsarbeiten im März hat es lediglich wenige Unfälle mit Streifschäden gegeben und keine Personenunfälle. Die Kantonspolizei hat kürzlich über diese verkehrsstrategische Massnahme informiert. «Unser Ziel war es, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass es für einen sicheren Verkehr wichtiger ist, den Lastwagen genug Platz zu gewähren», sagt Krüsi.

Unnötige Fahrspurwechsel vermeiden

Zudem hat die Polizei in einer Mitteilung Ratschläge gegeben, wie Fahrer sicher durch die Baustelle gelangen. Dazu gehören: die Einhaltung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit, des Sicherheitsabstandes und der signalisierten Beschränkung der Fahrspurbreite sowie die Vermeidung von Überholmanövern und unnötigen Fahrspurwechseln.

Anfang 2019 sollen die Bauarbeiten beendet sein. Dann sind die verengten Fahrbahnen Geschichte, und auch die Lastwagen müssen sich wieder an die Fahrspurbreite halten.

150'000 Tonnen Belag und 28 Kilometer Leitplanken

Der 8,3 Kilometer lange Autobahnabschnitt auf der A1/A13 zwischen den Anschlüssen St.Margrethen und Rheineck wird derzeit saniert. Auf dem Grossteil der Strecke beträgt die Höchstgeschwindigkeit 80 Kilometer pro Stunde, im Bereich der Anschlüsse und bei Überfahrten ist sie teilweise mit 60 Kilometern pro Stunde signalisiert. Die Hauptarbeiten in Fahrtrichtung St.Gallen wurden im vergangenen Dezember beendet. Jene in Richtung Chur haben im März 2018 begonnen und sollen bis Anfang 2019 dauern.

150'000 Tonnen Belag werden verlegt und neue Leitplanken von insgesamt 28,2 Kilometern erstellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 190 Millionen Franken. Beim Bundesamt für Strassen Astra heisst es, dass das Projekt deutlich unter diesem Kostenvoranschlag und voraussichtlich effektiv unter 160 Millionen Franken abgeschlossen werden könne.

Das ändert allerdings nichts an der Dimension des Bauprojekts, über das Astra-Sprecher Stefan Hauser sagt: «Schweizweit ist es sicher nicht als klein einzu­ordnen.» (tm)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.