Langes Warten auf Stadionverbote

ST.GALLEN. Die Clubleitung des FC St.Gallen lässt sich Zeit mit dem Erteilen von Stadionverboten. Mehr als ein Dutzend bekannte Krawallmacher wartet seit Ende der vergangenen Saison auf ein Urteil.

Andri Rostetter
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20081018_fcsg-aa_18.jpg (Bild: Hannes Thalmann)

20081018_fcsg-aa_18.jpg (Bild: Hannes Thalmann)

Nach den Krawallen vom vergangenen Samstag hat die Polizei einmal mehr Chaoten in Gewahrsam genommen und Stadionverbote in Aussicht gestellt. Nur: Bis die Verbote wirksam werden, dürften Wochen oder Monate vergehen. Einzelne Randalierer warten seit dem Ende der letzten Saison auf ein Urteil, wie Bill Mistura, CEO der AFG Arena, auf Anfrage mitteilte.

Nach dem letzten Spiel im Espenmoos im vergangenen Mai wurden gegen 14 Chaoten Strafverfahren eingeleitet, nach dem Cupspiel gegen Aarau vom 18. Oktober wurden weitere 12 Krawallmacher identifiziert, und am vergangenen Samstag nahm die Polizei erneut zwei Personen fest. Zudem sollen nach der Analyse von Videoaufnahmen weitere Personen identifiziert werden. Wie von Mistura zu erfahren war, wurde bis heute in keinem dieser Fälle ein Stadionverbot erteilt.

Zuständig für die Stadionverbote ist der FC St.Gallen, in Zusammenarbeit mit den Stadionbetreibern. Weshalb der Club bis heute nicht gehandelt hat, ist unklar. Man arbeite gemeinsam an einer Lösung, wolle jedoch keinen Druck ausüben, sagt Mistura. «Wir müssen alle am gleichen Strick ziehen.» Mittlerweile sind es aber die Verantwortlichen selber, die den Druck zu spüren bekommen: Seit den jüngsten Ausschreitungen fordern auch Fan-Kreise ein konsequentes Durchgreifen gegen die Chaoten.

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