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Landwirtschaft mit Chip und Roboter

Erstmals ist an der Olma ein Freilaufstall mit Melkroboter zu sehen. Solche Modernisierungen in der Landwirtschaft entlasten nicht nur die Bauern, sondern dienen auch dem Wohl der Tiere.
Patrick Baumann
Der Melkroboter erfasst automatisch Daten über Milchleistung, Aktivität und Melkzeitpunkt der Kühe. (Bild: Ralph Ribi)

Der Melkroboter erfasst automatisch Daten über Milchleistung, Aktivität und Melkzeitpunkt der Kühe. (Bild: Ralph Ribi)

Die Digitalisierung erfasst heute fast alle Lebensbereiche und macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Ab heute können sich Besucherinnen und Besucher der Olma beim Osteingang der Halle 1 selbst ein Bild vom technologischen Fortschritt in Schweizer Ställen machen. Dort ist erstmals in der Geschichte der Olma ein Freilaufstall mit 33 Kühen und einem Melkroboter zu sehen. «Ziel der Messe ist es, die Landwirtschaft in die Stadt zu bringen und Einblicke in den Alltag der Schweizer Bauern zu gewähren. Dazu gehören auch die Modernisierungen», sagt Christian Manser, Präsident der Olma-Tierschauen. «Mit dem Freilaufstall und dem Melkroboter können wir passend dazu eines der effizientesten Milchproduktionssysteme zeigen.»

Der ausgestellte Freilaufstall mit Melkroboter werde heute in gleicher Form in der Praxis gebaut. «Die modernen Freilaufställe sind ganz auf die Bedürfnisse der Kühe abgestimmt. Es wird zum Beispiel auf genügend Licht und eine optimale Stalltemperatur geachtet», sagt Manser. «Entscheidend für eine gute Milchleistung ist auch, dass die Kühe genügend Platz haben, um sich liegend auszuruhen.» Innerhalb der eingezäunten Fläche bewegen sich die Kühe deshalb frei und suchen sich ihre Liegebox selber aus. Futter und Wasser sind jederzeit frei zugänglich. «Die Kühe geniessen in Freilaufställen beinahe so viele Freiheiten, wie auf der Weide», sagt Manser.

Effizienzsteigerung durch Technologie

Herzstück der Anlage an der Olma ist der Melkroboter. Zu diesem kommen die Kühe, angelockt von Kraftfutter, einzeln oder in Gruppen. Der Melkvorgang erfolgt vollautomatisch. «Daten wie Milchmenge, Melkzeitpunkt und Aktivität der einzelnen Kühe werden mittels Chip am Halsband an den Computer des Landwirts übermittelt», sagt der Experte. Durch die digitale Erfassung der Daten sei es dem Bauern möglich, der Kuh eine ihrer Leistung entsprechende Kraftfutterration zuzuteilen. «Ist der zeitliche Abstand zum letztmaligen Melken zu kurz, erhält die Kuh kein weiteres Kraftfutter und wird vom Melkroboter automatisch nicht gemolken.»

Nebst einer Effizienzsteigerung für die Landwirte biete das automatisierte System auch Vorteile für die Kühe. «Besonders ängstliche, junge oder schwache Tiere profitieren, weil das Anstehen vor dem Melkstand entfällt», sagt Manser. In Betrieben mit vielen Tieren könne dies täglich zwei bis drei Stunden ausmachen. Der Roboter steht 24 Stunden zur Verfügung. Genug Zeit also, um stärkeren Kühen auszuweichen. Ein weiterer Vorteil biete sich Kühen mit grosser Milchleistung. Durch den Roboter könnten diese drei- oder viermal pro Tag gemolken werden.

«Momentan sind in der Schweiz ungefähr 300 Melkroboter im Einsatz», sagt Manser. «Die Kosten für ein solches Gerät bewegen sich zwischen 170 000 und 190 000 Franken.»

Mehr Infos und Bilder zur Olma auf www.tagblatt.ch/olma

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