Landwirtschaft
«Es muss ein neuer Weg in der Landwirtschaft eingeschlagen werden»: Die Zukunft liegt im geschlossenen Produktionskreislauf

Der Verband Thurgauer Landwirtschaft hat die neue Kommission «Zukunft Landwirtschaft» ins Leben gerufen. Mit einem Podium an der Wega in Weinfelden stellt sie sich erstmals der Öffentlichkeit vor. Das Ziel: Das gegenseitige Verständnis zwischen der Bevölkerung und den Bauern verbessern.

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Die neue Kommission «Zukunft Landwirtschaft» vom Verband Thurgauer Landwirtschaft, von links: Peter Schweizer, Urban Dörig, Peter Haldemann, Ralph Bötsch, Manuel Strupler und Ralph Gilg.

Die neue Kommission «Zukunft Landwirtschaft» vom Verband Thurgauer Landwirtschaft, von links: Peter Schweizer, Urban Dörig, Peter Haldemann, Ralph Bötsch, Manuel Strupler und Ralph Gilg.

«Seit Jahren ist die Landwirtschaft, ob konventionell oder Bio, bezüglich Grossviehein­heiten, Milchkontingente, Pflanzenschutzmittel und Düngernormen in der Kritik.» Mit diesen Worten lässt sich der ­Gemüsebauer Ralph Bötsch in einer Mitteilung des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL) zitieren. Mit der neu ins Leben gerufenen Kommission «Zukunft Landwirtschaft» soll das gegenseitige Verständnis zwischen der Bevölkerung und den Bauern verbessert werden.

Podiumsdiskussion an der Wega

Um sich der Öffentlichkeit vorzustellen, führt die Kommission am Samstag, 1. Oktober, um 15 Uhr in der Bauernhofarena auf dem Wega-Gelände in Weinfelden die Podiumsdiskussion «Brot und Fleisch – eine Konkurrenz» durch.

Katharina Sarafimova, Projektleiterin Finanzwirtschaft, leitet die Podiumsdiskussion «Zukunft Landwirtschaft». ­Daran nehmen neben Peter Schweizer und Manuel Strupler auch die grünliberale Nationalrätin Tiana Moser und Piara Waybel, Projektleiterin regenerative Transformation von Agrokultur Systemen, teil.

Die Mitglieder der Kommission

Die neu gegründete Kommission «Zukunft Landwirtschaft» besteht aus Biobauer ­Peter Haldemann, Urban Dörig, Pächter des kantonalen Hofguts St.Katharinental, Ralph Gilg, Präsident Thurgauer Obstverband, Peter Schweizer, Biobauer und Geschäftsführer «Landschaftsqualität Thurgau», Manuel Strupler, Gemüsebauer und SVP-Nationalrat, sowie Gemüsebauer Ralph Bötsch. Mit der neuen Kommission soll eine Strategie aufgebaut werden, damit konventionelle Landwirtschaft, Biobauern, Konsumenten, Umweltverbände und Abnehmer auf einer Seite stehen.

Regenerative Landwirtschaft als Zukunftsbild

«Es muss ein neuer Weg in der Landwirtschaft eingeschlagen werden, regenerativ, leistungsorientiert, mit eigenen Normen und offenem individuellem Betriebssystem», sagt Bötsch. Die Kommission will eine Plattform für alle Bauern werden, die mit Vernetzung, Workshops und Vorträgen das Wissen vermittelt. Sie zielt ­speziell auf die regenerative Landwirtschaft mit ressourcenschonendem, geschlossenem Produktionskreislauf ab. Bei dieser Bewirtschaftungsform wird das Bodenleben mit Bakterien, Pilzen, Klein- und Kleinstlebewesen laufend gefördert und der Humusanteil erhöht. So entstehen eine höhere Nährstoffdichte in den angebauten Feldfrüchten, bessere Wasserspeicherfähigkeit und -durchleitfähigkeit und es bindet CO2. «Die regenerative Landwirtschaft ist die Zukunft», sagt Bötsch.