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LANDVERKAUF: Hürden für Hafenhotel sind hoch

Investor Hermann Hess will in Romanshorn das grösste Hotel im Thurgau mit 100 Zimmern bauen. Das Land dafür am Wochenende von der Stadt zu bekommen dürfte das kleinste Problem sein.
Markus Schoch
Planskizze des Hotels: Dass es dereinst genau so gebaut wird, ist eher unwahrscheinlich. (Bild: PD)

Planskizze des Hotels: Dass es dereinst genau so gebaut wird, ist eher unwahrscheinlich. (Bild: PD)

Die Wogen gehen in Romanshorn so hoch wie seit langem nicht mehr. Die Abstimmung über den Verkauf von 3900 Quadratmetern Land an den Amriswiler Hermann Hess beziehungsweise seine Hess Immobilien AG für den Bau eines Hotels entzweit die Bevölkerung. Für die einen ist das Projekt des Amriswiler Investors ein Glücksfall und eine einmalige Chance für Romanshorn. Die anderen trauen Hess nicht über den Weg und sind nicht bereit, ihm einen der schönsten Plätze am Ort direkt am Wasser zu überlassen.

Doch selbst wenn Hess das Grundstück am Wochenende bekommen sollte: Die eigentlichen Probleme fangen für ihn dann erst an. Die Ausgangslage ist städtebaulich sehr anspruchsvoll, schreibt die Stadt in der Abstimmungsbotschaft. Denn Romanshorn hat ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. Als besonders wertvoll gilt unter anderem das Hafengebiet.

Denkmalpflege spricht im Hafenareal mit

Bei grossen Eingriffen wie dem Bau eines grossen Hotels wird die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege beziehungsweise die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission früher oder später ein Wort mitreden wollen. Was sie sagen, hat grosses Gewicht.

Hess wird viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um grünes Licht von den beiden Gremien zu bekommen. Darauf deutet ein Gutachten hin, das sie vor 20 Jahren mit Blick auf einen Projektwettbewerb auf dem Güterschuppenareal abgaben, den die SBB und die Gemeinde seinerzeit ausschrieben. Dass Gewerbe- und Industriebauten sowie Lager­räume direkt am Wasser gebaut seien anstelle von Restaurants, Hotels und Geschäftshäusern aus dem 19. Jahrhundert, habe Seltenheitswert in der Schweiz. Der Ersatz des Güterschuppens könne deshalb nur in Kauf genommen werden, «wenn die heutigen Strukturmerkmale des gesamten Hafenareals gewahrt bleiben», heisst es im Gutachten. Hess weiss um die schwierige Ausgangslage. Er hat auch öffentlich immer wieder darauf hingewiesen, wie hoch die Hürden für den Hotelbau sein werden. «Nur ist halt die Frage, ob die weit entfernte Eidgenössische Denkmalpflege auch weiss, was gut ist für Romanshorn. Man muss sich diesbezüglich vergegenwärtigen, dass Romanshorn Mitte des 19. Jahrhunderts von mehr oder weniger rücksichtslosen Eisenbahnpionieren aus Zürich ohne jede Sensibilität überrollt worden ist.» Diesen damaligen «Gewaltakt» heute als allein richtungsweisende Maxime für die Zukunft festzulegen greife seines Erachtens deutlich zu kurz, sagt Hess. «Romanshorn sollte sich auf sich selber besinnen, und nicht auf die damaligen und grösstenteils vergangenen SBB-Zeiten.» Zudem seien mittlerweile 20 Jahren seit dem Gutachten vergangen.

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

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