«Landhaus», Rheineck: Einladung zum Anhalten

In Kurven führt die Ausfallstrasse aus dem Städtchen Rheineck hinauf ins Appenzellische, dann lädt ein gerades Stück zum Beschleunigen ein. Wer der Einladung folgt, hat schon einen kapitalen Fehler begangen.

Beda Hanimann
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Beda Hanimann)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Beda Hanimann)

In Kurven führt die Ausfallstrasse aus dem Städtchen Rheineck hinauf ins Appenzellische, dann lädt ein gerades Stück zum Beschleunigen ein. Wer der Einladung folgt, hat schon einen kapitalen Fehler begangen. Denn es gibt hier eine viel schönere Einladung: das «Landhaus» (das übrigens in wenigen Minuten von Rheineck her auch zu Fuss erreichbar ist). Ein altes Holzhaus mit reicher Fassadenmalerei, schöne Aussicht hinüber zum Buechberg, hinaus auf den offenen See und zum Rheindelta.

Seit März dieses Jahres ist das «Landhaus» das Reich des jungen Wirtepaars Gino Kobi und Ramona Eigenmann, das zuvor schon im «Rössli» am Kaien auf sich aufmerksam gemacht hat. Das Lokal hat eine sanfte Auffrischung erfahren: Die Gartenwirtschaft ist neu, der Eingangsbereich mit dem Stübli ist heller geworden, es gab ein neues Buffet und eine modernere Küche. Geblieben ist der ländliche Charme.

Was für ein Marroni-Genuss!

Das alles wären schon Argumente genug, Halt zu machen. Das motivierte und herzliche Team und sein kulinarisches Angebot sind die definitive Bestätigung. Gino Kobi und Ramona Eigenmann setzen weiter auf ihre bewährten Lieferanten vom «Rössli». «Unsere Produkte kommen aus der Region, und wir machen alles von Grund auf selber, von den Saucen bis zu den Teigwaren», sagt Ramona Eigenmann. Das Ergebnis ist eine leichte, aromatische, saisongerechte Küche.

Schon das Marronicrèmesüppchen mit karamellisierten Marroni und Rahmhaube (14.–) überzeugt mit einmaliger Aromatik, der grüne Blattsalat mit hausgemachter Olivencrème-Vinaigrette (8.–) verrät Sorgfalt. Ein erlesener Genuss ist die knusprig gebratene Rebhuhnbrust mit Eierschwämmlirahmsauce, Rotkraut, Marroni und Spätzli (39.–). Das kräftige Wildgeflügel passt ausgezeichnet zur Süsse von Rotkraut und Marroni. Wohltuend, dass der Teller nicht mit einer Überfülle an Wildbeilagen daher kommt, raffiniert, wie das Kraut in einem Teigkörbli angerichtet ist, so dass die verschiedenen Saucen nicht zum Einheitsbrei werden.

Weine aus nah und fern

Die Wildkarte lockt auch mit Wildhasenentrecôte auf Wirsinggemüse an tasmanischer Bergpfeffersauce (24.–) oder Hirschentrecôte mit Wildbeilagen (39.–). Auch die Standardkarte, die etwa alle zwei Monate wechselt, macht die Wahl zur schönen Qual. Es gibt Landhaus-Cordon-bleu mit Speck, Appenzeller Käse und Datteln sowie Gemüse und Rosmarinkartoffeln (38.–) oder Rindsfilet-Medaillon auf Marktgemüse mit Tagliarini an schwarzem Trüffelschaum (54.–). Zum Dessert locken heisse Rotweinzwetschgen mit Sauerrahmglace (13.–), verschiedene Sorbets (4.– und 6.–) oder ein kleiner Käseteller (22.–). Die attraktive Weinkarte enthält auch eine reiche Auswahl an Gewächsen aus der näheren Umgebung. Ausserdem Kleinflaschen und Dessertweine.

Unser Eindruck: Im «Landhaus» pflegt ein motiviertes Team eine Gastronomie, die rundum Freude macht und im schönsten Sinn entschleunigt.

Landhaus, Rheineck Gino Kobi und Ramona Eigenmann, Appenzellerstr. 73, 9424 Rheineck, Tel. 071 888 12 60 info@landhaus-rheineck.ch www.landhaus-rheineck.ch Öffnungszeiten: So/Mo Ruhetag Karte: Täglich 4 Mittagsmenus 18.50 bis 48.–. A-la-carte-Hauptgerichte 29.– bis 54.–