Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

LANDGEWINN: Kanton soll Olma-Deckel mittragen

Den Olma-Messen ist es ernst mit dem Autobahndeckel samt Hallenneubau. Ab Januar führen sie Gespräche mit Stadt und Kanton über eine finanzielle Beteiligung. Sicher ist allerdings noch nichts – auch Volksabstimmungen über das Projekt sind möglich.
Adrian Vögele
Eine erste Skizze der Olma-Baupläne: Die rote Fläche markiert den Autobahndeckel. Weiss skizziert sind die Dimensionen der neuen Halle 1, die Gestaltung des Gebäudes ist noch völlig offen. (Bild: Visualisierung: PD)

Eine erste Skizze der Olma-Baupläne: Die rote Fläche markiert den Autobahndeckel. Weiss skizziert sind die Dimensionen der neuen Halle 1, die Gestaltung des Gebäudes ist noch völlig offen. (Bild: Visualisierung: PD)

Adrian Vögele

adrian.voegele

@tagblatt.ch

Der Deckel nimmt Gestalt an: Die Olma-Messen wollen Platz gewinnen und halten am ehrgeizigen Plan einer Überdeckung der Stadtautobahn am Ostportal des Rosenbergtunnels fest. Der Bund hat dem Vorhaben im Grundsatz zugestimmt. Gemäss einem Vorprojekt würde der Deckel etwa 180 Meter lang. Die Abklärungen ergaben, dass die Überdeckung allein – ohne neue Halle obendrauf – 33 Millionen Franken kosten würde. Hinzu kommen rund 9 Millionen Franken für den künftigen Unterhalt, welche bereits im Voraus fällig würden. Die insgesamt 42 Millionen Franken liegen über den bisherigen Annahmen. Noch deutlich teurer dürfte aber die neue Messehalle werden, wie Olma-Direktor Nicolo Paganini gestern an einer Medienkonferenz sagte. Er stellte klar: Im Alleingang können die Olma-Messen den Deckel und die Halle nicht finanzieren. Darum hoffe man darauf, dass sich Stadt und Kanton an den Kosten der Autobahn-Überdeckung beteiligen. Die Halle hingegen würden die Olma-Messen mit Eigenmitteln und Bankdarlehen selber finanzieren. «Stadt und Kanton haben signalisiert, dass sie zu Gesprächen bereit sind», sagte Paganini. Ein erster Austausch ist im Januar geplant.

Die neue Halle 1 auf dem Autobahndeckel würde mit 10000 Quadratmetern Fläche die grösste Halle auf dem Messegelände – grösser als die Halle 9. Wie sie aussehen soll, ist noch unklar. «Doch es soll ein Gebäude mit Ausstrahlung sein, eines, das St. Gallen über die Ostschweiz hinaus ins Gespräch bringt», so Paganini.

Bauarbeiten könnten 2019 beginnen

Doch selbst wenn Stadtrat und Kantonsregierung die Absicht äussern, den Autobahndeckel finanziell mitzutragen, ist das Projekt «Neuland» noch nicht im Trockenen. «Es ist möglich, dass das Volk darüber abstimmen wird», sagt Paganini. Referenden sind bei einer finanziellen Beteiligung der öffentlichen Hand denkbar, aber auch bei der Zonenplanänderung. Denn mit dem Autobahndeckel entstünde neuer Boden, der zuerst eingezont werden muss. Ausserdem könnte es dereinst Einsprachen gegen das Bauprojekt geben. Um dem vorzubeugen, wollen die Olma-Messen möglichst offen und früh kommunizieren. Sie werden im Januar Gespräche mit den Quartiervereinen aufnehmen. Der Zeitplan für das weitere Vorgehen ist sportlich: 2019 sollen die Bauarbeiten für den Deckel beginnen. Vorgesehen ist eine Kopplung an die Sanierung des Rosenbergtunnels – «doch inzwischen hat das Bundesamt für Strassen durchblicken lassen, dass das nicht mehr absolut zwingend ist», sagt Paganini.

An den Grenzen der Kapazität angelangt

Ab 2021 soll auf dem Deckel die Halle entstehen. «Falls alles klappt, könnte 2023 die erste Olma mit neuer Halle 1 stattfinden», so Paganini. Was für Themenbereiche im neuen Gebäude anzutreffen wären, ist noch offen. «Den Olma-Stall und die Degustationshallen würden wir wohl am bisherigen Ort belassen. Doch den Rest der Messe würden wir komplett umgestalten und räumlich neu aufteilen.»

Sicher ist, dass die heutige Halle 1 – sie stammt aus den 1970er-Jahren – bei den Ausstellern nicht beliebt ist. «Sie ist alt, kleinräumig und genügt den heutigen Ansprüchen nicht mehr», sagt Paganini. Die Halle soll abgerissen werden. Das Messegelände als Ganzes ist heute bis an die Grenze seiner Kapazitäten ausgelastet. «Wenn wir nicht in die Infrastruktur investieren, werden wir im Wettbewerb nicht mehr mithalten können», sagt Thomas Scheitlin, Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident der Olma-Messen. Oder, wie es Paganini formuliert: «Wir wollen nicht schweizweit den Ruf bekommen, die Messe mit den ältesten Hallen zu sein.» Der jüngste Bau, die Halle 9, stehe auch bereits seit 1999. Die neue Halle 1 würde zusätzliche Ausstellerflächen bieten, die heute bei den grossen Messen fehlen. Zudem würde es der Neubau laut Paganini erlauben, noch mehr und grössere Veranstaltungen parallel abzuhalten. Das «Neuland»-Projekt diene aber nicht nur den Olma-Messen, sondern sei ein Standortfaktor für die gesamte Region. Darum sei auch eine Beteiligung der öffentlichen Hand gerechtfertigt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.